Blood and Bone (USA 2009)

blod-and-boneDie darstellerischen Qualitäten des Michael Jai White, so durfte man lange glauben, beschränken sich auf harte Fäuste und nur einen Gesichtsausdruck. Eindrucksvoll entkräften konnte das hünenhafte Kraftpaket diese infame Verleumdung mit der brillanten Blaxploitation-Parodie „Black Dynamite“. Allerdings wird die wohl die Ausnahme bleiben, zeigt er doch bereits in „Blood and Bone“ wieder… nun ja, harte Fäuste und nur einen Gesichtsausdruck. Wie brauchbar das im Actiongenre funktioniert, stellte er aber bereits in „Undisputed 2“ unter Beweis.

Auch in Ben Ramseys („Love and a Bullet“) deftigem Prügel-Drama sorgt der gestählte Körper des Kampfkünstlers für erhobene Augenbrauen. Vergessen lässt das insbesondere die klischeeversetzte Story, die einmal mehr ins Milieu illegaler Straßenfights blickt. Die waren schon ein alter Hut, als Van Damme noch Filme fürs Kino drehen durfte. Auf Überraschungen braucht man also nicht zu wetten. Doch Ramsey, der neben der Killer-Groteske „The Big Hit“ auch das Drehbuch zu „Dragonball: Evolution“ schrieb, trifft bei den ruppigen Duellen in schummrigen Hinterhöfen die richtige Tonlage.

Das schließt splitternde Knochen und spritzendes Blut mit ein, meint aber eher den anfangs noch erfreulich bodenständigen dramaturgischen Unterbau. Nachdem der von White gespielte Isaiah Bone gleich zum Auftakt hinter Gefängnismauern eine Gruppe Häftlinge vermöbelt hat, geht es hinaus in die Freiheit. Über die persönlichen Hintergründe schweigt sich der Film (wohlweislich) lange aus. Bone mietet sich bei der Pflegemutter Tamara (Nona Gaye, „Matrix Reloaded“) ein und mischt die Streetfighter-Szene auf. Das bleibt auch dem brutalen Gangster James (abgründig: Eamonn Walker, „Oz“) nicht verborgen.

Er will Bone um jeden Preis an sich binden und mit ihm die von Waffenhändler McVeigh (beschäftigungslos: Julian Sands, „Romasanta“) behütete internationale Vollkontakt-Liga erstürmen. Der Antrieb des schier unbesiegbaren und herzensguten Kickboxers ist aber ein Versprechen, dass er einst im Gefängnis machte. Die im ungelenken Schlussdrittel rapide abflachende Plotte lebt von der sehenswert bodenständigen Inszenierung der so kurz wie heftig ausfallenden Konfrontationen. Die Kamera nimmt dazu gern mal die Sicht des Unterlegenen ein. Der unterschätzte White empfiehlt sich damit weiterhin als Vorzeige-B-Klopper. Das Gros etwaiger DVD-Erstveröffentlichungen des Genres überstrahlt er mit seiner Präsenz jedenfalls locker.

Wertung: (6 / 10)

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