Blink-182 – California (2016, BMG)

blinkcaliOhne große Schlagzeilen geht es offenbar nicht. Nach der abermaligen (schmutzigen) Trennung von Tom DeLonge wurde überaschenderweise ALKALINE TRIO Frontmann Matt Skiba als Nachfolger bei BLINK-182 vorgestellt. Der kennt sich vortrefflich mit eingängigen Melodien und melancholischen Stimmungen aus. Insofern konnte man für einen Neustart wohl kaum einen besseren Ersatz für DeLonge finden. Und tatsächlich klingt das neu formierte Trio mit „California“ deutlich zielgerichteter und leichtfertiger als noch vor wenigen Jahren.

Gleich der Opener „Cynical“ ist ein wahrer Ohrwurm, mit dem BLINK-182 auch zu Zeiten von „Drop Your Pants And Jackets“ oder „Dude Ranch” bestanden hätten. Die darauf folgende erste Single „Bored To Death“ wirkt dagegen wie ein Abziehbild von „Adams Song“. Dieser (erste) melancholische Ausflug in Midtempo-Gefilde klingt zwar vertraut, hinkt der ersten Gute-Laune-Nummer jedoch etwas hinterher. „Kings of the Weekend“ ist bei aller Banalität wiederum ist ein poppiger, schnellerer Song für die sommerliche Grillparty. Mit dem ernsteren „Los Angeles“ verlässt die Band kurz die Pfade des Pop-Punk. Skiba gibt hier meist den Ton an, klingt aber dank der glatten Produktion nicht so markant wie man es bei ALKALINE TRIO eigentlich gewohnt ist. „Pool“ mit seinen fünfzehn Sekunden Spielzeit unterbietet sogar ihren „Short Music For Short People“-Beitrag „Family Reunion“. So etwas hat es schon länger nicht mehr bei ihnen gegeben.

Die Botschaft ist angekommen. Nach all den Querelen soll der Spaß wieder im Fokus stehen. Und vor allem auch zu hören sein. Das ist BLINK-182 sicherlich gelungen. Der bisweilen ambitioniert und überfrachtet wirkende Sound von „Neighborhood“ ist auf jeden Fall verflogen, stattdessen besinnt sich die neu formierte Band auf alte Stärken. Das macht dann auch wieder Lust auf mehr.

Wertung: (6,5 / 10)

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