Blind Side – Straße in den Tod (USA 1993)

blind-side-hauerAuf den ersten Blick wirkt Rutger Hauer, als könne er kein Wässerchen trüben. Doch nicht erst seit seiner diabolischen Performance in „The Hitcher“ weiß man um seine Qualitäten als (Film-)Psychopath. Die spielt der blonde Niederländer mit dem dezent abwesenden Blick auch im schnörkellosen Thriller „Blind Side“ aus. Wenn auch subtiler und schleichender. Den Tod auf der Straße bringen dagegen andere, genauer die Eheleute Linda (Rebecca De Mornay, „Die Hand an der Wiege“) und Doug Kain (Ron Silver, „Blue Steel“).

Das Paar betreibt in Kalifornien ein Möbelgeschäft und plant die Verlagerung der Produktion ins kostengünstigere Mexiko. Auf dem Rückweg in die Staaten überfahren sie auf nächtlicher Straße ungewollt einen Polizisten. Am Steuer saß die schwangere Linda, die Gatte Doug zur Fahrerflucht drängt. Zurück in der Heimat versucht er zur Normalität zurückzukehren, während sie von Gewissensbissen geplagt wird. Die Folgen ihres Fehlverhaltens zeigen sich aber erst mit Auftauchen des mysteriösen Fremden Jack Shell (Hauer).

Der, so scheint es, will nur einen Job. Doch legen verschiedene seiner Aussagen den Verdacht nahe, dass er um den tödlichen Unfall in Mexiko weiß. Als sich Shell selbst vom Anwalt der Kains nicht einschüchtern lässt, lassen sie sich aus Furcht vor der Polizei auf den Fremden ein. So erhält er eine Anstellung als Verkäufer und wird mit seinem Wohnmobil widerwillig vor dem Haus des Paares geduldet. Aber Shell will mehr und offenbart bald auch seine brutale Seite. Mit einer List wollen ihn die Kains schließlich in eine Falle locken.

Als charismatischer Bösewicht reißt Hauer auch diesen für den US-Fernsehsender HBO produzierten Thriller an sich. Regisseur Geoff Murphy („The Last Outlaw“) hält sich nicht lange mit einleitendem Vorgeplänkel auf und verstrickt das grob figurierte Ehepaar ins perfide Spiel des undurchsichtigen Shell. So läuft der Film routiniert seiner Zuspitzung entgegen, wobei der Plot zwar konstruiert und etwas zu betont auf offensive Spannungsmomente ausgerichtet ist, durch die guten Darsteller und die schnörkellose Inszenierung aber durchweg einnimmt. Nicht eben meisterlich, aber doch souverän fesselnd.

Wertung: (6 / 10)

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