Blind Alley (E/CO 2011)

blindalleyDas kubanische Zimmermädchen Rosa (Ana de Armas, „Sex, Party und Lügen”), die mit ihrer Schwester nach Spanien übergesiedelt ist, schuftet als Zimmermädchen  in einem Hotelklotz und träumt von Größerem. Doch dann kommt der rettende Anruf: Rosa wird endlich zu einem Casting eingeladen, so dass der Karriere als Tänzerin nichts mehr im Wege steht. Außer des dreckigen Kleides, welches sie, aus welchem Grund auch immer, unbedingt zur Vorstellung ihrer selbst tragen muss. Welch‘ Unglück nur, dass grade am heutigen Tag die häusliche Waschmaschine den Geist aufgegeben hat!

Welch‘ ein Glück hingegen, dass am Ende des dunklen Sackgässchens, auf welche sie aus dem Küchenfenster ihrer Wohnung herunterblicken kann, ein 24h-Waschsalon seine Dienste anbietet. Doch in dieser schicksalhaften Nacht bleibt Rosa nicht  die einzige Besucherin des Reinigungungscenters, verspürt der attraktive Mitch (Jeff Gum) anscheinend auch mitten in der Nacht das Bedürfnis, seine Wäsche waschen zu müssen. Als aber Rosa einen Blick auf diese erhascht, ist sie weniger darüber besorgt, dass sie ausschließlich aus Modestücken für das weibliche Geschlecht besteht, aber über das großzügig verteilte Blut auf ihnen umso mehr.

Einem Waschsalon in einer leblosen Seitenstraße, umhüllt vom Dunklen der Nacht, kann man eine gewisse gespenstische Aura gewiss nicht absprechen. Doch Regisseur Antonio Trashorras – ja, er heißt tatsächlich so – macht daraus eine Komödie. Eine ungewollte zwar, aber sein Spielfilmdebüt ist trotz einiger Längen (wohlgemerkt bei einer knackigen Laufzeit von 73 Minuten!) eine verdammt heitere Angelegenheit geworden. Erstaunlich, dass derselbe Mann vor einigen Jahren noch das Skript zu Guillermo del Toros wunderbarem „The Devil`s Backbone” (2001) verfasst hat. „Blind Alley” basiert ebenfalls auf seiner Vorlagen. Doch in diesem Fall punktet diese nur in einer Kategorie: der Lächerlichkeit.

Beispiele gefällig? In wilder Panik und akuter Lebensgefahr ruft Rosa ihren verhassten Ex-Lover an, der sie eiskalt abblitzen lässt, weil bei ihm im Hintergrund laute Musik dröhnt und er wahrscheinlich eine neue Schnalle im Arm hält. Der nächste Schritt ist vulkanische Logik in Reinkultur: Das Mobiltelefon einfach gegen die Wand schmettern. Die doofe Polizei kann in solchen Fällen ja eh nicht helfen, das weiß doch jeder. Oder die Szene, in der Rosa es nach draußen verschlägt und sie am Küchenfenster ihre Schwester erblickt, doch lauthals um Hilfe Schreien kommt einem in so einer Situation natürlich nicht in den Sinn.

Durch die schnuckelige Protagonistin, die zu allem Übel auch noch von einer Schlafstörung geplagt wird und die deswegen Anti-Agrypnie Mittel einschmeißen muss, erfahren wir zudem, dass ein Piksen in den Daumen jedes eingenommene Schlafmittel wie von Zauberhand  aus dem Blutkreislauf verdrängt. Den Oberknaller hat man sich allerdings für den Schluss aufgespart, als Mitch seine wahre Natur offenbart. Unvorhergesehen ist der Twist allemal (zumindest für alle, die den alles andere als spoilerarmen Trailer gesehen haben!), doch das ändert absolut nichts an der Tatsache, dass diese Wendung an Lachhaftigkeit nicht mehr zu übertrumpfen ist. Auch, weil sie eben viel zu spät kommt und das Zuvor geschehene in einem noch absurderen  – um nicht zu sagen dämlicheren – Licht erscheinen lässt.

Als Partyfilm mit Kumpels und Bier eignet sich „Blind Alley” ungeachtet der schon erwähnten Längen bestens, da er neben einer sehr hübschen Darstellerin mit seinen abstrusen Einfällen die (alkoholisierte) Meute zum Grölen bringen kann. Es muss ja nicht immer alles so ernst sein, gell?

Wertung: (5 / 10)

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