Billy Club Sandwich – Chin Music (2004, Inner Strength Records)

„Always have kept us straight / Never cared what people think / Correcting us when we were wrong / Sadness always made you strong!” – ’Chin Music’

Das altgediente Sprichwort „Hunde die bellen, beißen nicht“ traf wohl seltener den wunden Kern der Sache als im Falle der zahnlosen US-Hardcore-Formation BILLY CLUB SANDWICH und deren Debütlongplayer „Chin Music“. Denn der welkende Strauß leidlich überzeugendem Ostküsteneinerlei auf den Spuren von BLEEDING THROUGH und MADBALL stelzt mit der Spritzigkeit einer abgestandenen Urinprobe durch dreckig wie kraftlos-schwachbrüstig produzierte Songs, deren heiser gegrunzte Gesangsparts ebenso wenig zu fesseln vermögen wie die dargebotene instrumentale Dutzendware.

Der schlampig zusammengewerkelte Sound mutet an, als wäre „Chin Music“ vor Publikum eingespielt worden, während der quälend zähe und weitgehend ideenlose Stilismus jegliche Struktur schmerzlich vermissen lässt. Jenen Aufwand, den das Gespann aus der Bronx offenkundig betrieben hat, um das Booklet nebst ausgiebigster Danksagungen, Anfeindungen und Auflistungen mit Leben zu füllen, hätte die Band besser in Form kreativer Energie in die Platte investiert. Aggressive Texte, denen aus konsequenter Instanz gar der garstige elterliche Warnhinweis auf dem Cover folgt, allein genügen einfach nicht, um unzureichendes künstlerisches Ödland wie dieses aus dem Jammertal der Unsäglichkeit zu führen.

Neben einer flach gesampelten Intermission im Hip-Hop-Gewand kredenzen BILLY CLUB SANDWICH mit „Pressure“ zudem eine Coverversion von Billy Joel. So ist dieses Sandwich ein langatmiger und nur schwer verdaulicher Happen, welcher bei übermäßigem Genuss zu eben solchem Sodbrennen führt, wie es Bandorgan Martin offenbar zu plagen scheint und das einem in jeder Hinsicht den Appetit auf Hardcore verderben kann.

Wertung: (4 / 10)

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