Bikini Bloodbath (USA 2006)

bikini-bloodbath„Ein dreifaches Hoch auf den Rubenbauer!“ – Rubenbauer

Wenn es stimmt, dass beim Slasher-Horror nur Blut und Titten zählen, dann müsste „Bikini Bloodbath“ eigentlich punktgenau den Nerv seiner Klientel treffen. Eigentlich. Doch nicht umsonst ist das Autor- und Regisseurs-Duo Jonathan Gorman/Thomas Edward Seymour in den Anfangstiteln unter „Who the Fuck Cares“ gelistet. An ernsthaftem (oder zumindest kommerziellem) Filmschaffen ist den beiden damit kaum gelegen, was zumindest der Trash-Fraktion zuspielen sollte.

Aber selbst die sollte gewarnt sein, geht der Film mit seinen ellenlangen Tanz-, Einkaufs- und Gemeinschaftsspielszenen doch bisweilen arg an die Substanz. Der Minimalplot einer Pyjama-Party, die von einem mordlüsternen Koch mit Fleischerbeil und Küchenmesser aufgemischt wird, ist in Schauspiel und Machart möglichst dilettantisch gehalten. Die Mädels, gleichsam die zwischenzeitlich auftauchenden Footballer, haben die Halbwertzeit für Schüler(innen) so offensichtlich lange überschritten, dass es beinahe schon wieder komisch ist. Aber eben auch nur beinahe.

Obwohl nur eine Stunde lang (zur Streckung gibt es anhängend Outtakes, Schabernack und ein Musikvideo), zieht sich das billige Blutvergießen wie Kaugummi. Wäre es nicht um die Fast Food-Kette „Das Taco“ mit Adolf Hitler als Werbefigur und die „Verdienste“ der deutschen Sprachfassung, „Bikini Bloodbath“ wäre nahezu unerträglicher Amateur-Schund. Killer Rubenbauer, der im Original namen- und ziemlich sprachlos verbleibt, schwätzt plötzlich mit bayerischem Dialekt, grüßt vor jedem Mord artig „Servus“ und gibt munter teutonische Volkslieder zum Besten.

Dazu setzt es tiefschürfende Dialogzeilen (Wie: „Ich glaub jetzt werden alle meine Träume wahr – ein ganzer Pool voller Fotzen!“ Oder: „Wir könnten unsere Pimmel angucken.“ Nicht zu vergessen: „Klappe zu und einfach blasen.“), Heimwerker-Gore und nackte Haut. Mit ihren talentlosen Sprechern, den unpassenden Akzenten und der betont niveaufremden Humorerweiterung macht die hiesige Fassung durchaus Spaß. Vorzugsweise unter Zuhilfenahme von ausreichend Alkohol, schließlich trotzen die Mädels der Lebensgefahr auch durch kollektiven Vollsuff. Eine durchaus harte Probe, die Gorman und Seymour jedoch nicht davon abhielt, auch noch zwei Fortsetzungen nachzureichen.

Wertung: (3 / 10)

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