Bibi Blocksberg (D 2002)

bibi-blocksbergEs gibt wohl niemanden, der sie nicht kennt, die Abenteuer von Bibi Blocksberg. Seit mehr als 20 Jahren begeistert die kleine Hexe Jung und Alt gleichermaßen. Über 30 Millionen verkaufte Audiokassetten sprechen dabei eine mehr als deutliche Sprache. Nun hat Bibi den Sprung aus den hiesigen Kinderzimmern auf die Kinoleinwand vollzogen, mit einem Budget von knapp 6 Millionen Euro und einer überaus namhaften Besetzung im Rücken.

Große Freude im Hause Blocksberg: Weil die kleine Bibi (Sidonie von Krosigk) zwei Kinder gerettet hat, soll sie durch den großen Rat der Hexen schon frühzeitig ihre eigene Kristallkugel ausgehändigt bekommen. Klar, dass Mutter Barbara (Katja Riemann), ebenfalls Angehörige der Hexenzunft, schier platzt vor Stolz. Einzig Vater Bernhard (Ulrich Noethen) ist mäßig begeistert, reicht dem normalsterblichen Angestellten doch bereits eine ausgelernte Hexe im Haus. Doch dann kommt alles ganz anders.

Weil die durchtriebene Rabia (Corinna Harfouch) die für Bibi bestimmte Kugel bei der offiziellen Zeremonie fallen lässt, muss ihre eigene als Ersatz für den arkanen Nachwuchs herhalten. Pech nur, dass sich darin ausgerechnet das kürzlich gestohlene Rezept eines ewig junghaltenden Elixiers befindet. Um wieder in den Besitz ihres aberkannten Eigentums zu gelangen, greift Rabia tief in die Trickkiste und versucht das Familienglück der Blocksbergs auf immer zu zerstören.

Beim der Betrachtung von „Bibi Blocksberg“ drängt sich unweigerlich der Verdacht auf, dass die Produzenten lediglich auf der Erfolgswelle von „Harry Potter“ mitreiten wollen. Regisseurin Hermine Huntgeburth („Das Trio“) lässt im Zuge ihrer mauen Inszenierung jegliche kindlich-naiven Elemente der Hörspiele vermissen. Darüber hinaus steht dem Film schlicht das mittelmäßige Drehbuch im Wege, das relativ witz- und spannungslos daherkommt und dabei versucht, manch peinliche Gesangseinlage in das Geschehen zu integrieren.

Zwar können die zahlreichen Spezialeffekte überzeugen, doch schießt „Bibi Blocksberg“ in Bezug auf ihr Hörspiel-Alter-Ego deutlich über das Ziel hinaus und versprüht in kaum einem Moment den Zauber der Vorlage. Dabei verblasst auch die ansehnliche Besetzung um Jungmimin Sidonie von Krosigk, Katja Riemann („Bandits“), Ulrich Noethen („Comedian Harmonists“) und Corinna Harfouch („Bis zum Horizont und weiter“). Somit dürfte Bibi Blocksbergs weichgespülter Ausflug auf die Leinwand wohl so manchen Fan der Hörspiele arg enttäuschen und einzig diejenigen ergötzen, die mit der Vorlage recht wenig am Hut haben.

Wertung: (5 / 10)

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