Beyond Remedy – Jenseits der Angst (D 2009)

beyond-remedyEndlich ist er da, der Mut zum deutschen Genrekino! Sogar gefördert vom Medienboard Berlin-Brandenburg. Eine Finanzspritze kam zudem von Uwe Bolls Produktionsfirma Boll KG – womit die Euphorie so schnell verfliegt wie sie gekommen ist. Zwar verabschiedet sich Dr. Videospielverfilmung zusehends vom Einerlei des Trash und schafft es mit ernsteren Stoffen (zuletzt „Siegburg“) tatsächlich den Status des gegenwärtig schlechtesten Regisseurs der Welt zu unterminieren. Doch forciert sein Name noch immer eine Skepsis, die sich auch darüber nicht zerstreuen lässt, dass Boll an „Beyond Remedy“ gar nicht beteiligt war.

Tatsächlich ist Gerhard Hroß‘ in englischer Sprache gedrehter Psycho-Thriller ein einziges Elend, was aber keinesfalls mit dem Stigma Boll in Zusammenhang gebracht werden darf. Vielmehr genügt das hanebüchene Skript nicht einmal ansatzweise tief gestapelter Durchschnittskost und hetzt die Figuren durch ein haarsträubend unsinniges Potpourri aus Slasher- und Horror-Klischees. Als Kulisse für die konfrontative Behandlung phobischer Jungmediziner dient ein verlassenes Landkrankenhaus mit dunkler Vergangenheit, in dem sich die Patienten des Psychologen Gingrich (der bewährte David Gant, „Romasanta“) ihren Ängsten stellen sollen.

Im Falle der auf Klingen und Skalpelle panisch reagierenden Julia (Marie Zielcke, „Agnes und seine Brüder“) keine leichte Aufgabe. Für den Erstickungstod des kleinen Bruders fühlt sie sich verantwortlich und wird von geisterhaften Wahnvorstellungen geplagt. Völlig real hingegen ist der maskierte Killer, der in den Fluren des Komplexes sein Unwesen treibt und die Probanden blutig ausmerzt. Die gelungenen und überaus harten Effekte tragen deutlich die Handschrift von Olaf Ittenbach („Beyond the Limits“), der den Verantwortlichen während der Produktion zur Hand ging.

Schauspielerisch bemüht, wenn auch selten überzeugend (man beachte den überflüssigen Nebenpart von Rick Yune, „Alone in the Dark II“), krankt der spannungsfreie Low Budget-Schocker vor allem an der akuten Unsinnigkeit. Warum beispielsweise verliert das in den Fahrstuhlschaft stürzende Opfer ein Bein? Unfreiwillig komisch ist das sicher. Doof sowieso. Aber beim besten Willen nicht erschreckend. Dies Attribut erfüllt lediglich die Überkonstruktion des Plots, dessen Windungen um das Motiv des Killers auch nur bedingt zum misslungenen Vorlauf passen. So löblich der ernsthafte Versuch eines Horrorfilms aus deutschen Landen auch ist, an diesem Resultat reibt er sich leider vollends auf.

Wertung: (3 / 10)

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