Bee Movie – Das Honigkomplott (USA 2007)

bee-movieBienen können sprechen. Als hätten wir es nicht schon immer geahnt. Und das auch noch mit der Stimme von Kult-Komiker Jerry Seinfeld („Seinfeld“), der den Animationsspaß „Bee Movie“ nicht nur produzierte, sondern auch am Drehbuch mitschrieb. Daraus resultieren Erwartungen, denen der Film nicht standhält. Dreamworks ist trotz Erfolgen wie „Ab durch die Hecke“, „Madagascar“ und natürlich „Shrek“ einfach nicht Pixar, deren anspruchsvoller Augenschmaus „Ratatouille“ die Messlatte für Kinounterhaltung aller Altersklassen in vorerst unerreichbare Höhen trieb.

Die Regisseure Steve Hickner („Der Prinz von Ägypten“) und Simon J. Smith legen mit der „Honigverschwörung“, so der deutsche Untertitel, eine einfallsreiche und gewitzte Trickfilmkomödie vor, der es allerdings an einer überzeugenden und allen voran spannenden Geschichte mangelt. Stattdessen werden verschiedene Szenarien entworfen, bei denen sich Biene Berry B. Benson (Seinfeld) im Insektenstaat erst mit der Jobsuche quält und bei einem Ausflug der menschlichen Floristin Vanessa (Renée Zellweger) begegnet, der er ungeachtet des Bienengesetzes seine Sprachgewandtheit offenbart.

Jedoch müssen Konflikte her. Also verklagt Berry im Namen aller Bienen die Menschheit, weil sich diese ungefragt deren Honig aneignet und selbigen auch noch verkauft. Als der Prozess gewonnen ist, legen die Bienen ihre Arbeit nieder, worauf die Flora des Planeten stirbt. Also muss Berry zu guter letzt dafür sorgen, dass die Pflanzenwelt gerettet wird und Mensch und Imme wieder in Eintracht existieren können. Fluss hat dabei nur der Nektar, nicht aber die Erzählung. Unschlüssig scheint zudem, an welche Klientel sich der mal umwerfende, meist belanglose Humor eigentlich richtet.

Charmant und teils urkomisch wird es immer dann, wenn das erwachsene Publikum auf seine Kosten kommt, Larry King, Sting und allen voran Ray Liotta aufs Korn genommen werden und Späße auf Kosten von Politik und Gesellschaft gehen. Die Animationen überzeugen, gerade bei der Ausgestaltung des Bienenstocks. Die zum Teil konturlosen Protagonisten aber können da nicht mithalten. So bleibt „Bee Movie“ trotz manch hinreißender Idee ein dramaturgisch unzusammenhängender und humoristisch stark divergierender Film, der die Kleinen bisweilen überfordert und die Großen nicht ausreichend fesselt. Kurzum: Ein zweischneidiger Stachel.

Wertung: (5 / 10)

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