Beatsteaks – Beatsteaks (2014, Warner)

beatsteaksstFür die BEATSTEAKS scheint es das Wort Stillstand auch weiterhin nicht zu geben. Die Berliner erfinden sich zwar mit ihrem selbstbetitelten Album nicht komplett neu, schreiten aber doch weiter konsequent auf ihrem vor Jahren eingeschlagenen Weg. Und der steht nun mal zwangsläufig für Veränderungen und Entwicklung. Erwartungen werden in diesem Zusammenhang nicht immer erfüllt. Hauptsache man wiederholt sich nicht, bloß keine Beliebigkeit aufkommen lassen. Daran gemessen ist auch ihr selbstbetiteltes Album ein Knaller.

Doch so ganz einfach wird es dann nicht. Denn die Alben der BEATSTEAKS hatten stets ein paar veritable Hits zu bieten. Im Grunde ist hier jedoch ein solcher nicht zu finden. Es gibt hier keine unfassbar einprägsamen Melodien oder Refrains, die an einen „Klassiker“ a la „Let Me In“ erinnern. Dafür funktioniert das Album auf anderer Ebene. Denn in etwas über einer halben Stunde zelebrieren die Berliner förmlich ihre Vielseitigkeit. Der schräge wie tanzbare Opener „A Real Paradise“ ist da nur der Anfang. Bis zum finalen „I Never Was“ passiert eine ganze Menge. Und doch hinterlässt das Album anfangs ein paar zwiespältige Gefühle. „DNA“ als knackig rockige Nummer mit immensem „Feel Good“-Charme hat es noch am einfachsten. Aber solche Songs sind einfach seltener geworden. Eine mittlerweile typische BEATSTEAKS Nummer ist „Up On The Roof“, irgendwo zwischen Rock, Tanzschwoof und Wahnsinn. Ähnliches lässt sich über das mit Bläsern angereicherte „Pass The Message“ sagen.

Anno 2014 machen es einem die BEATSTEAKS in einer schnelllebigen Welt nicht immer leicht. Ihr neues Album will (oder muss?) entdeckt werden. Manches klingt vertraut, anderes bekannt. Neue Facetten sind besonders bei Frontsau Arnim zu hören, der hier einfach mindestens eine Schippe drauflegt und eine nie gekannte Vielseitigkeit zeigt. Gewiss muss man muss nicht alles mögen was die BEATSTEAKS hier auftischen. Aber sie sind einfach ehrlich, ganz besonders zu sich selbst. Schon das macht sie zu einer angenehmen Ausnahme im hiesigen Musikbiz. Und das auch ihr neues Album ein gutes ist, dürfte klar sein. Man muss vielleicht nur etwas Zeit mitbringen oder genauer hinhören.

Wertung: (7 / 10)

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