Baumer – Were It Not For You (2008, Eyeball Records)

„It’s a wonderful world in terms of potential…” – ´On Our Way´

Da ist sie wieder, die Zurückhaltung im Indie-Rock. Diese von einem Schulterzucken begleitete Unaufgeregtheit. Warum der Lautstärke frönen, wenn es auch anders geht? Entspannter zum Beispiel. Für ein wenig Unruhe sorgt bei BAUMER Synthie-Pop, der in die Achtziger schielt, ohne sich am Kitsch zu vergreifen. Das gefällt und nimmt für sich ein, gerade weil es sich nicht weit aus dem Fenster lehnt. Bescheidenheit wird beansprucht, ohne dass die Songs darunter leiden müssten. Das Gegenteil ist der Fall. „Were It Not For You“ ist der zweite Langspieler der Amis, die sich an hellen Kleinigkeiten durch den grauen Alltag hangeln.

Luftig leicht ziehen die Melodien mit, ohne das der Zwang des großen Augenblicks, der klärenden Erkenntnis über den Stücken schweben würde. Die erfrischenden Texte blicken mit unerschütterlicher Zuversicht nach vorn. Dabei jedoch vergessen sie nie, dass sich die Realität durch Optimismus zwar entschärfen, nicht aber ändern lässt. Das Tempo bleibt gedrosselt, wobei die rockigen Ausbrüche nicht von der Gemächlichkeit ablenken. Abwechslung bleibt Trumpf und macht Beiträge wie „On Our Way“, „Sidewalk Stopping“ oder „The Belmont Curse“ zu Hits, die sich auch in täglicher Dosierung so schnell nicht abnutzen. Ein unspektakuläres, deshalb aber nicht weniger ansprechendes Album.

Wertung: (7 / 10)

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