Battleship (USA 2012)

battleshipIn Hollywood scheinen harte Zeiten angebrochen zu sein. Weil frische Ideen Mangelware sind, werden selbst Jahrmarktattraktionen („Fluch der Karibik“) und Spielzeugkonzepte („Transformers“) verfilmt. Oder im Falle von „Battleship“ das klassische Symbolspiel „Schiffe versenken“. Was mag danach kommen? Vielleicht „Kniffel – Der Film“. Wundern würde es nicht. Gerüchte über eine Verfilmung von „Monopoly“ halten sich schließlich seit Jahren beständig. Doch besteht dort immerhin die Möglichkeit hintersinniger Seitenhiebe auf die Finanzkrise.

Wer es beim von Spielwarenhersteller Hasbro mitproduzierten „Battleship“ aber nicht besser weiß, würde die Anlehnung an die meist auf dem Papier entschiedene Seeschlacht kaum bemerken. „Operation: Kingdom“-Regisseur Peter Berg präsentiert einen mit (zugegeben imposanten) Effekten aufgepumpten Blockbuster, der sich recht ungelenk zwischen selbstironischem Krawallkino und lachhaft pathetischem Werbevideo für die US-Navy positioniert. Die Oberhand gewinnt dabei bedauerlicherweise die patriotische Komponente, wenn während eines internationalen Manövers vor der Küste Hawaiis eine menschenähnliche außerirdische Vorhut die Erde angreift.

Mitten im Kampfgetümmel findet sich bald der ewig aufmüpfige Jungoffizier Alex Hopper (Taylor Kitsch, „John Carter“), der beim Fußball erst die Kameraden und bei einer Prügelei anschließend den erfolgreichen Bruder („True Blood“-Star Alexander Skarsgård) blamiert. Nicht gerade die besten Argumente, um den beinharten Admiral Shane (Liam Neeson, „The Grey“) davon zu überzeugen, ihn als zukünftigen Gemahl seiner Tochter Samantha (Brooklyn Decker, „Meine erfundene Frau“) zu akzeptieren. Aber im Seekrieg gegen die fiesen Außerirdischen hat Draufgänger Alex endlich Zeit zu beweisen, was wirklich in ihm steckt.

Das Drumherum der trotz aller Dürftigkeit viel zu breit getretenen Handlung ist die gewohnte Makulatur mit Logiklöchern. Mehr ist von Filmen wie diesem auch kaum zu erwarten. Aber Berg zieht den scheinbar aussichtslosen Kampf gegen die technisch überlegenen Aggressoren aus dem Weltraum zwischen „Pearl Harbor“ und „Independence Day“ auf, was nach bemüht spaßigem Auftakt mehr und mehr in ermüdenden Action-Overkill mündet. Der Fleißarbeit der Tricktechniker steht das oft unfreiwillig komische Spiel der Darstellerriege gegenüber. Zu der zählt auch R&B-Sternchen Rihanna, deren Kinodebüt als toughe Soldatin an Kylie Minogues peinliche Performance in „Street Fighter“ gemahnt.

Kaum besser ist Deckers Blondchen Samantha, die den Aliens mit dem beinamputierten Kraftpaket Mick Canales, gespielt vom trotz körperlicher Versehrtheit noch immer in Staatsdienst stehenden Armee-Offizier Gregory D. Gadson, zu Lande zusetzt. Denn per Satellitensignal wollen die Aliens von einer Forschungsbasis auf der Insel Oahu Verstärkung rufen. Das ist in der Summe alles so banal, vaterlandstreu und überlang durchgekaut, dass man sich glatt im letzten „Transformers“-Teil wähnen könnte. Aber will man das wirklich? Denn übers Ziel einer bombastischen Spaßgranate schießt auch Bergs „(Raum-)Schiffe versenken“ deutlich hinaus.

Wertung: (4 / 10)

scroll to top