Bambi 2 – Der Herr der Wälder (USA 2006)

bambi-2-der-herr-der-waelderFortsetzungen von Disney-Filmen sind tendenziell erstmal schlecht. „Bernhard und Bianca im Känguruland“ war da noch der beste Vertreter aus der Riege der Nachfolger. Gerade die überlebensgroßen Klassiker der Zeichentrickschmiede sollte man tunlichst unangetastet lassen. „Das Dschungelbuch 2“ bewies vor nicht allzu langer Zeit, dass ein großes Vorbild noch lange kein Garant für einen auch nur akzeptablen Film sein muss. Entsprechend skeptisch kann man angesichts des neuen Streichs der Mausfabrik sein. Nach 64 Jahren wird der Tränengarant „Bambi“ jetzt fortgesetzt.

Nachdem Bambis Mutter von Jägern getötet wurde, sucht sein Vater, der Prinz des Waldes, ein neues Zuhause für das Kitz. Er beauftragt die Eule, ein Reh zu finden, das seinen Sohn aufnehmen würde. Doch da es mitten im Winter ist, hat die Eule zunächst kein Glück. Also kümmert sich der Vater selbst um Bambi. Ihr Verhältnis ist eher kühl, denn der Vater, um sein Ansehen und seine Aufgabe als Prinz bemüht, hat wenig Muße, mit seinen Sohn zu spielen. Bambi tut nun alles, um seinen Vater stolz zu machen. Dabei wird er von seinem klassischen Freundeskreis um den Hasen Klopfer nebst vier Schwestern und dem Stinktier Blume tatkräftig unterstützt.

Das hätte deutlich schlimmer ausgehen können. Selbstverständlich hat „Bambi 2“ mit dem unvergleichlichen Charme des Originals von 1942 nichts mehr zu tun, neben so offensichtlichem Teufelswerk wie dem schon erwähnten „Das Dschungelbuch 2“ sieht der Film aber durchaus passabel aus – jedenfalls für bis Fünfjährige. Denn „Bambi 2“ ist wie auch die „Winnie Pu“-Reihe mehr für die jüngeren Kaliber gedacht. Anders als die großen Disney-Meilensteine wie „Das Dschungelbuch“, „Robin Hood“ oder „Die Hexe und der Zauberer“, die ihre Strahlkraft ja auch dadurch gewannen, dass man sie auch jenseits der Pubertät noch mit Vergnügen schauen konnte, wird hier offensichtlich rein auf die Zielgruppe der Vor- und Grundschüler geschielt, wobei jedoch schon letztere dem Film wohl nicht mehr ganz so viel abgewinnen können dürften.

Denn was fehlt ist eine wirkliche Handlung. Allein den Konflikt des Prinzen in seinem von-der-Leyenesken Vatermonat zu zeigen und Bambi langsam ein Geweih wachsen zu lassen, füllt noch keinen Film, und sei er auch nur knapp über eine Stunde lang. Der wirkliche Höhepunkt wird in unter gefühlten zehn Minuten abgekanzelt, der Rest sind hauptsächlich große Augen von kleinen Tieren und gute Ratschläge, wie sich ein kleiner Prinz zu verhalten hat, während im Hintergrund Ex-„No Angel“ Sandy vor sich hin trällert. „Bambi 2 – Der Herr der Wälder“ ist ein Film, der keinem Weh tut. Allein das hebt ihn schon von der gemeinen Disneyfortsetzung ab. Er reißt selbstverständlich keine Latte, die nicht schon tausende Male übersprungen wurde, für die Kleinsten mag er dennoch unterhaltsam sein.

Wertung: (5 / 10)

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