Ballistic: Ecks vs. Sever (USA/D 2002)

ballistic-ecks-vs-severWenn hochbudgetierte Filme als Verleihpremiere in hiesige Videotheken schweben, sagt dies über die zu erwartende Qualität bereits einiges aus. Beizeiten allerdings entpuppt sich ein solches Beispiel filmischer Unbedarftheit als schierer Multiplikator schlechter Vorahnungen. Jüngstes „Paradebeispiel” unsäglicher Schöpfungskraft bildet „Ballistic: Ecks vs. Sever”, das immerhin auf stolze 70 Millionen Dollar gebettete US-Debüt des asiatischen Regisseures Wych Kaosayanada („Fha”). Müßig zu erwähnen, dass zu dessen Herstellung einmal mehr auch deutsche Gelder verschwendet wurden.

Als der Sohn des einflussreichen Geschäftsmannes Robert Gant (Gregg Henry, „Payback”) eines Nachts auf offener Straße entführt wird, soll der abgehalfterte Staatsdiener Jeremiah Ecks (Antonio Banderas, „Desperado”) den Jungen aufspüren. Denn nicht nur, dass er als einziger in der Lage scheint, die für die Tat verantwortliche Elitekämpferin Sever (Lucy Liu, „3 Engel für Charlie”) unschädlich zu machen, als Ansporn wird er zudem mit der Information beglückt, dass besagte weibliche Ein-Mann-Armee stichhaltige Beweise für das muntere Fortleben seiner angeblich getöteten Ehefrau besitzt. Und so macht er sich widerwillig auf, ihre Pläne zu durchkreuzen. Doch die Wahrheit präsentiert sich anders als gedacht und schon bald bleibt nur die Paktierung der Kontrahenten gegen den wahren Unhold, Robert Gant.

Handwerklich solide, wenngleich ohne jegliches Gespür für Funktionalität inszeniert, offeriert „Ballistic: Ecks vs. Sever” bereits im Ansatz seine fadenscheinige Neuinterpretation hinlänglich bekannter und allzu oft aufgewärmter Genrezutaten. Dabei taumeln die völlig unglaubwürdigen Reißbrettcharaktere von einer tumben Sequenz in die nächste. Sinnlose Schußwechsel marschieren dabei Hand in Hand mit übersteigertem Pyro-Gewitter. So werden zwar oftmals Handkanten geschwungen und Feuersalven abgegeben, in die ewigen Jagdgründe befördert werden allerdings einzig der Unterhaltungswert und die Qualität des kruden Sammelsoriums einfältiger Handlungsfetzen. Zusammenhanglos und inhaltlich wirr, erweisen sich selbst die namhaften Darsteller als absolute Rohrkrepierer.

Antonio Banderas erweist sich als alternder Haudegen in Ballerlaune als ebensolche Fehlbesetzung wie Lucy Liu. Von den sinnfreien Vorstellungen Gregg Henrys oder Ray Parks („X-Men”) ganz zu schweigen. Die Kameraarbeit Julio Macats („Kevin – Allein zu Haus”) wirft streckenweise zwar noch den ein oder anderen Lichtstrahl in die stockfinstre Düsternis, doch vermag auch die rastlos und immer in Bewegung bleibende Fotografie das indiskutable Ergebnis nicht mehr aufzuwerten. So bleibt nur konventionell behaftetes Konzeptkino zum abgewöhnen, hirnrissig, hanebüchen und humorlos. Wych Kaosayanada, am Set einzig „Kaos” genannt, wird seinem Spitznamen durchaus gerecht und zelebriert faden Feuerzauber auf magerem Fernsehniveau. Der Untertitel „Script vs. Logic” wäre weit passender gewählt.

Wertung: (2 / 10)

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