Bad Boys – Harte Jungs (USA 1995)

badboysbaySie heißen Marcus Burnett (Martin Lawrence, „Big Mamas Haus“) und Mike Lowrey (Will Smith, „Men in Black“), sind ein schlagkräftiges Cop-Duo und lehren Ganoven mit flinker Schnauze und rasch gezückter Waffe das Fürchten. Der Überraschungserfolg „Bad Boys“ hat alles: Stilisierte Gewalt, simplen Witz, Over the Top-Action und hektisch geschnittene Bilder für die MTV-Generation. Dabei fällt kaum auf, dass die Neo-Blaxploitation nur bewährte Klischees des Buddy-Movies zu Klump reitet. Die Helden sind Schwarz, der cholerische Vorgesetzte (Joe Pantoliano, „Matrix“) ist weiß, das verhasste Kollegenduo Latino und der Bösewicht (Tchéky Karyo, „Der Patriot“) ein Franzose.

Jener raubt in einer minutiös geplanten Einbruchsaktion eine gewaltige Menge Heroin aus der Asservatenkammer der Polizei und erschießt kurz darauf einen Mitwisser. Zeugin der Tat ist die junge Julie (Téa Leoni, „Jurassic Park III“), die fortan unter Polizeischutz gestellt wird. Das führt zu wenig originellen Anleihen klassischer Verwechslungskomödien, wenn Familienvater Marcus und Playboy Mike durch eine Kette unsinniger Zufälle die Rollen tauschen. Als Julie schließlich entführt wird, gipfeln die Referenzen an „Action Jackson“, „Lethal Weapon“ und „Nur 48 Stunden“ in ein feuriges Finale, bei dem weder mit verspritztem Blut, noch mit zur Explosion freigegebenen Requisiten gegeizt wird.

Der Erzählrhythmus stimmt beileibe nicht immer, was die Rasanz und der (gerade im Original) von sprachlicher Unflat begleitete Humor souverän wett machen. Der Showdown bietet, wie es sich für sinnentleerte Actionfilme gehört, ein opulentes Feuerwerk, bei dem brennende Leichen durch die Luft fliegen und die Helden ihre Gegner in Zeitlupe mit Blei vollpumpen. Neues bietet „Bad Boys“ wahrlich nicht, wobei der Streifen aber auch nur als Aufbereitung bewährter Muster für eine neu herangewachsene Generation junger Kinogänger verstanden werden will. Auf hergebrachte Art wird so der Staub der Achtziger von diesem altbackenen Konzept gepustet und für eine moderne Inszenierung freigegeben.

Der von Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer („Fluch der Karibik“) für nur 25 Millionen Dollar auf den Weg gebrachte Kumpel-Actioner bedeutete für die beiden Hauptdarsteller, Stand Up-Comedian Lawrence und Sitcom-Star Smith, einen gehörigen Karrieresprung. Aus dem Nichts begründete er obendrein den kometenhaften Aufstieg des Clip-Regisseurs Michael Bay („Pearl Harbor“) im Filmgeschäft. In der Folge stieg er zu einem der gefragtesten Krawall-Dirigenten Hollywoods auf. Bereits am Karriereauftakt kredenzt er Unterhaltung, die das Hirn betäubt und die Sinne kitzelt. Kurzum: ein Prototyp des modernen Actionfilms.

Wertung: (7 / 10)

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