Bad Ass (USA 2012)

badasstrejoSo schnell kann es in Zeiten von YouTube, Facebook & Co. gehen. Da legt ein älterer Herr mal eben selbst Hand an, als er im Bus quer von der Seite angequatscht wird und landet damit bei der beliebten Seite für selbstgemachte Videos aller Art. Und auch wenn eigentlich keine Geschichte dahinter steckt, dient diese als Aufhänger für „Bad Ass“. Eine Beschreibung, mit der Danny Trejo ganz gut leben kann, wird er doch seit kurzem nicht mehr nur für kleine Nebenrollen gebucht, sondern darf sogar mal den Helden mimen („Machete“). Aber auch das ist ein Phänomen, denn an Ausdruck, Schauspiel oder Können kann es nicht liegen.

Der Ex-Knacki Trejo mimt hier den Ex-Soldaten Frank Vega, der sich im Vietnam-Krieg seine Sporen verdiente und nun als Fidel Castro-Lookalike ein eher tristes, ruhiges Leben führt. Das ändert sich jedoch schlagartig, als er im Bus zwei Neonazis aufmischt, die für Ärger sorgen. Von einem anderen Passagier via Handy gefilmt, wird das Video bei YouTube schnell zum Hit. Es folgt eine Welle der Begeisterung und Frank wird nun nur noch „Bad Ass“ geschimpft. TV-Auftritte und Shirts sind nur einige der neuen Annehmlichkeiten. Als jedoch sein bester Freund auf offener Straße ermordet wird, ist es mit der Ruhe schnell vorbei und „Bad Ass“ begibt sich auf den Kriegspfad.

Natürlich kann man auch aus wenig Inhalt einen abendfüllenden Film machen. Bei Regisseur Craig Moss ist das jedoch nicht der Fall. Sein Film wirkt gerade anfangs sehr bemüht, die kultische Verehrung seines Protagonisten zu ebnen. Dafür braucht es nur ein paar Momente, warum und wieso jetzt alle Welt auf den Zug aufspringt, bleibt ungesagt. Ebenso wird die neue Welt des Helden nur kurz angerissen. Daraus entstehende Konflikte, Gedankenspiele oder ähnliches tauchen nicht auf. Vielmehr gilt es die Schlagkraft Trejos schnell wieder auf Kurs zu bringen.

Inszeniert als eher spaßiges Haudrauf-Filmchen, fehlt „Bad Ass“ definitiv eine ernste Note. Dass es ironisch augenwinkernd oder völlig übertrieben zugehen kann, haben zuletzt „Kick-Ass“ oder „Hobo With A Shotgun“ bewiesen. Dany Trejo kann sich in diese Riege kaum einreihen. Seine Kloppereien bleiben behäbig wie sein Gang und auch als großer Sprücheklopfer werden andere in Erinnerung bleiben. Trotz gelegentlicher humoristischer Anflüge verpuffen die Gags. „Machete“ war schon kein sonderlich guter Film, lebte aber einfach von den zum Teil irrwitzigen Ideen seines Regisseurs. Solch einen Anspruch kann Craig Moss nie erfüllen. Sein Film wirkt bieder, mitunter langweilig. Die Action ist wenn überhaupt Standard. Ein paar Fausthiebe, bei denen Blut in Zeitlupe spritzt und ein paar Schießereien im Finale. Das geht besser und vor allem unterhaltsamer.

Wertung: (5 / 10)

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