Awake (USA 2007)

awakeHollywood-Kino zum Fremdschämen. Mit Hayden Christensen („Jumper“) und Jessica Alba („Fantastic Four“) als Liebespaar. So scheidet schon mal die Glaubwürdigkeit dahin. „Awake“ ist ein Film mit attraktiven Menschen, zumindest je nach Betrachtungsweise, die ihre Rollen aber nicht mit Leben füllen können. Das gilt auch für Terrence Howard („Iron Man“), dem als Arzt gleich die Einleitung gebührt, in der er betroffenen Blickes vom Tode eines Freundes erzählt. Der ist ihm kurz zuvor unter dem Skalpell weggestorben. Ein Drama also? Neben dem Auftakt will das auch die viel zu lange Einleitung suggerieren. Bis zur entscheidenden Wende.

Halbwaise Clay Beresford (Christensen) steht unter der Fuchtel seiner dominanten Mutter (Lena Olin, „Darkness“) und an der Spitze eines Multi-Millionen-Dollar-Unternehmens. Sein schwaches Herz, das dem jungen Körper bald den Dienst versagen wird, gehört Sam (Alba), die ausgerechnet Mamas persönliche Assistentin stellt. Ob der erdrückenden Fürsorge hielt er die Liaison trotz Verlobung bislang geheim. Das ändert sich, als er die dringend notwendige Transplantation gegen den Willen der Erzeugerin von seinem Vertrauten Jack Harper (Howard) durchführen lassen will. Ein folgenschwerer Entschluss.

Erst wird es langweilig, danach überkonstruiert. Autor und Regisseur Joby Harold bekommt das dünne Nichts an Plot nie in den Griff. Die Darstellung von Beresford als dynamischer Gutmensch mit Herzfehler wirkt derart trivial, dass es jedem Groschenromanschreiber die Schamesröte ins Gesicht treiben müsste. Dazu das Verhältnis zur Mutter, das vom Tode des Vaters, der im Weihnachtsmannkostüm zum Tiefflug durchs Treppenhaus ansetzte, überschattet bleibt. Den eigentlichen Kern der Geschichte steuert Debütant Harold erst mit der Operation an, bei der Clay bei Bewusstsein bleibt. Dies Phänomen der Anesthesia Awareness wird vorab in einleitenden Texttafeln beschrieben, danach aber erst mal wieder vergessen.

Auf dem OP-Tisch, die Brust geöffnet und keiner Regung fähig, erfährt Clay nun, was der freundliche Doktor Harper tatsächlich von ihm hält. Daraus entspinnt sich ein plötzlich aufbrandender Thriller, dem die als clever angedachten Wendungen zum schieren Fiasko geraten. Die Idee scheitert erst an der Zähigkeit des Vorlaufs und wird durch die so fintenreiche wie saublöde Zuspitzung, deren Kniffe dem potentiell Interessierten nicht vorweggenommen werden sollen, in Grund und Boden gestampft. Die Ödnis der Darsteller, die zerfahrene Inszenierung, nicht zuletzt die Abstinenz jeglicher Atmosphäre würde „Awake“ zum regelrechten Ärgernis machen. Wenn er denn nicht so verflucht weit am Arsch vorbeiginge.

Wertung: (3 / 10)

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