Avenging Angelo (USA 2002)

avenging-angeloDas treue Gefolge der einstigen Kino- und Actionikone Sylvester Stallone musste im Zuge der gemächlich vollzogenen Demontage ihres Idoles und dem damit unweigerlich verbundenen Absturz in die Niederungen der Bedeutungslosigkeit einiges über sich ergehen lassen. Nach „Copland” legte der für seine Leistung noch hoch gelobte Mime eine desaströse Serie unsäglicher Flops vor, darunter solch qualitätsferner Schund wie „Get Carter”, „Driven” oder „D-Tox”. Den vorläufigen Höhe- bzw. Tiefpunkt bildet jedoch die Verleihpremiere „Avenging Angelo”, die nicht einmal in den USA den Sprung auf die große Leinwand vollziehen konnte und lediglich eine weitere Harnpfütze auf der künstlerischen Grabstätte Stallones markieren dürfte.

Denn der Film, inszeniert von „Animal Farm”-Regisseur Martyn Burke, präsentiert sich nicht nur als brotlose, sondern obendrein auch talentlose Kunst. Das ist umso bedauerlicher, da der gefallene Stallone in der Rolle des Mafiaschergen Frankie Delano an der Seite von Altstar Anthony Quinn („Der alte Mann und das Meer”) agiert. Der hätte sich seinen Abschied aus dem Filmgeschäft sicher auch anders vorgestellt. Der furchtbar einfältige Plot lässt Gangsterboss Angelo (Quinn) durch ein Attentat aus dem Leben scheiden. Der in weiser Voraussicht die richtigen Schlüsse ziehende Frankie trägt fortan Sorge um den physischen Fortbestand der einzigen Tochter des Paten.

Nur ahnt Angelos Sprössling Jennifer (Madeline Stowe, „12 Monkeys”) nichts von diesem unerwarteten Erbe und der damit verbundenen Bürde des organisierten Verbrechens, wurde sie doch in zartem Säuglingsalter aus Sicherheitsgründen zur Adoption freigegeben. So ist es nun an Frankie, ihr die wahren Wurzeln zu offenbaren und sie gleichermaßen vor umtriebigen Assassinen zu schützen. Ein Unterfangen, in dessen Wirren sich die beiden allmählich näher kommen. Dabei könnten die Hauptakteure dieser kruden Mixtur aus Thriller und Komödie auch auf die Namen Jennifer Lopez und Ben Affleck hören. Doch erweist sich deren kinematographischer Supergau „Gigli” im Vergleich als pure Kinomagie!

Die Charaktere erhalten kaum Gelegenheit zur Entfaltung und bleiben in einem distanzierten Stadium der Eindimensionalität gefangen. Stattdessen prägen schlechtes Timing, schlampige Regie und nichtige Dialoge den kaum erwähnenswerten Streifen. Für eine Komödie zu unwitzig, für einen Thriller zu unspannend, dümpelt „Avenging Angelo” über seinen knapp bemessenen Zeitrahmen dahin und verbreitet in seiner schier greifbaren Unbedarftheit nichts geringeres als pure Langeweile. Bereits mit „Oscar – Vom Regen in die Traufe” und „Stop, oder meine Mami schießt!” betrat Sylvester Stallone erfolglos komödiantisches Terrain. Er hätte es dabei belassen sollen.

Wertung: (3 / 10)

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