August Burns Red – Rescue & Restore (2013, Hassle Records)

augustburnsredrescuerestoreDer Metal-Hardcore hat es schwer. Vom Trendgespenst im ersten Drittel der Nullerjahre überrollt, sorgten Kommerzialisierung und Überangebot für inflationären Stillstand. Rund eine Dekade später ist das Genre keineswegs tot, für Aufsehen sorgt es jedoch nur noch selten. Dass es aber auch noch konstante qualitative Ausreißer nach oben gibt, verdeutlichen seit Jahren AUGUST BURNS RED. Die bekennenden Christen sind zu einem Aushängeschild dafür geworden, das die brachiale Kelle nicht nur packen, sondern auch noch überraschen kann. Neuester Beleg dafür ist „Rescue & Restore“, mittlerweile sechster Langspieler der Band aus Pennsylvania.

Akuter Vorhersehbarkeit beugen die gläubigen Krachschläger mit variablem Geschrei und dezentem Einsatz von Gangshouts vor. Dazu kommt ein feines Gespür für die melodische Peripherie der Songs, was sich bei „Treatment“ oder „Spirit Breaker“ auch im Einsatz von Streichern äußert. So wird ein überzeugendes Gegengewicht zum klassischen Gebolze präsentiert. Bei „Fault Line“ sind es ruppige Chöre, bei „Echoes“ Abstecher in Richtung Post-Hardcore, die für zusätzliche Reize sorgen. Vor allem aber das sphärisch angehauchte „Creative Captivity“ wiederlegt die künstlerische Engstirnigkeit des Titels und macht „Rescue & Restore“ zu einem wuchtigen Erlebnis. Dass die starke Platte beizeiten etwas gedehnt wirkt, ist da locker zu verschmerzen.

Wertung: (7,5 / 10)

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