Auf dem Highway ist die Hölle los (USA 1981)

cannonballrunBoliden, Blechschäden und ein Schaulaufen der Stars. Jüngeren Generationen mag die infantile Posse „Auf dem Highway ist die Hölle los“ als angestaubte Kalauerparade von gestern erscheinen. Zumindest aber (etwas) älteren Semestern sitzt bei der actionreichen Schenkelklopferei des ehemaligen Stuntman Hal Needham („Ein ausgekochtes Schlitzohr“) fast unfreiwillig ein nostalgischer Schalk im Nacken. Neu war die Idee eines illegalen Straßenrennens durch die USA jedoch schon damals nicht. Der Originaltitel „Cannonball Run“ unterstreicht die Anlehnung an „Canonball“ und auch „Gumball Rally“ (beide 1976) darf als Ideengeber in die Waagschale geworfen werden.

So ertragreich wie der verschwenderisch besetzte Streich Needhams, immerhin der sechsterfolgreichste Film des Kinojahres 1981, waren die Vorreiter allerdings nicht. Wer könnte auch einem Cast widerstehen, der Hollywood- und Show-Größen wie Burt Reynolds (auch Needhams Star in den ersten beiden Auftritten des „Ausgekochten Schlitzohrs“), die „Rat Pack“-Haudegen Dean Martin („Airport“) und Sammy Davis Jr. („Die Pechvögel“), den damals noch aktiven James Bond-Darsteller Roger Moore, Adrienne Barbeau („The Fog“) oder die für die Goldene Himbeere als Schlechteste Nebendarstellerin nominierte Farrah Fawcett („Drei Engel für Charlie“) vereint?

Auch Hong Kongs Tausendsassa Jackie Chan („Police Story“) ist mit von der Rennpartie – geschuldet der Beteiligung von Produzent Raymond Chow („Once Upon a Time in China 2“) – und staubte für seine eigenen Filme gleich die Idee ab, Pannen vom Dreh im Abspann zu verarbeiten. Der erhoffte Durchbruch in Amerika blieb jedoch aus, dieser sollte sich erst mit „Rumble in the Bronx“ (1995) einstellen. Als chinesischer Autotüftler sorgt er für interkontinentales Flair und darf am Ende sogar sein akrobatisches Geschick zeigen. Größere Momente haben aber andere. Neben Moore als herrlich parodistischem 007-Verschnitt vor allem Dom DeLuise („Silent Movie“) und Jack Elam („Spiel mir das Lied vom Tod“), die sich als Beifahrer von Draufgänger J.J. McClure (Reynolds) im Krankenwagen verdingen.

Natürlich ist das illegale Autorennen (mit verblüffend offiziellem Rahmen inklusive Namenslisten und Stechuhr) von Küste zu Küste williger Rahmen für lose verknüpften Klamauk in Serie. Ein ulkiger Scheich (Jamie Farr, der Klinger aus dem TV-Klassiker M*A*S*H) ist mit dabei, Martin und Davis Jr. verkleiden sich als Geistliche, um der Polizei ein Schnippchen zu schlagen und selbst Peter Fondas („Easy Rider“) Kurzauftritt als Bikerchef unterstreicht den referenziell-ironischen Charakter der noch immer recht kurzweiligen, wenn auch entgegen der Prämisse nicht zwingend rasanten Komödie. Die erhält ihre Würze in der deutschen Fassung durch die Synchronisation des legendären Rainer Brandt, der die Gagdichte des Originals einmal mehr deutlich erweitert.

Wer beim Rennen letztlich die Nase vorn hat, ist völlig nebensächlich. Denn in der Hauptsache wirkt die sichtlich gute Laune der Beteiligten auch nach mehr als drei Dekaden noch durchaus ansteckend und wer sich mit der immens flachen Prämisse anzufreunden weiß, der kann sich neben der launigen Berieselung auch heuer das Zwerchfell erschüttern lassen. Dass bei Needham alles nur Mittel zum Zweck ist und die Zeit nicht zwingend gnädig zu mancher Pointe war, sollte da mit einem wohlwollenden Achselzucken quittiert werden. Der 80’s-Klassikerstatus jedenfalls ist verdient, also Hirn aus, Motor an und Gummi geben!

Wertung: (6 / 10)

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