Attack of the Undead (USA 2011)

attack-of-the-undeadDie Katastrophe kommt unvermittelt. So wie immer. Weil in einer ländlichen Chemiefabrik militärischer Kampfstoff austritt, verwandeln sich die Einwohner des Landstrichs in rasende Monster mit blutunterlaufenen Augen. Das Szenario ist bekannt, altbekannt, und setzt auch bei „State of Emergency“ auf bewährte Motive zwischen George A. Romeros „The Crazies“ und „28 Days Later“. Nur wie soll man die gefährlichen Horden benennen? Vom deutschen Verleiher ursprünglich „The Walking Death“ betitelt, war die Nähe zur erfolgreichen TV-Reihe (fast) gleichen Namens wohl eine Spur zu aufdringlich. So wurde der Low Budget-Horror kurzerhand mit „Attack of the Undead“ überschrieben.

Klassische Zombies jedoch präsentiert der Film nicht. Vielmehr wird das Nervensystem der Opfer angegriffen und treibt sie zur Raserei. Für Jim (Jay Hayden, „Battleground“) allerdings macht das keinen Unterschied. Denn nach Flucht und Unfall trägt er seine tote Verlobte über die Felder und sucht in einer Scheune Zuflucht. Die große Rauchwolke am Horizont kündet von der folgenschweren Katastrophe und die Nachricht der militärischen Abriegelung des Landstrichs lässt ihn auf sich allein gestellt zurück. Wie groß die Gefahr tatsächlich ist, zeigt sich, als einer der Geschädigten in sein Versteck eindringt. Bloß gut, dass Jim im Umgang mit der gefundenen Flinte geschult ist.

Neu ist das alles nicht, was Regisseur, Produzent und Co-Autor Turner Clay („Apocalypse L.A.“) in seinem zurückhaltenden und lediglich am Rande auf Blut und Gewalt setzenden Horror-Kammerspiel auftischt. Von grundlegender Spannung ist seine Variation des Themas trotzdem erfüllt. Das liegt auch an Hauptdarsteller Hayden, der seine Rolle zwischen Verletzlichkeit und nonchalanter Hands-On-Mentalität ansprechend ausfüllt. Da das Geschehen im alleinigen Kreisen um seine Figur aber schnell langweilig würde, klingelt bald das Telefon. So erhält der verdutzte Jim einen Anruf aus einem nahen Lagerhaus, in dem sich das Paar Scott (blass: Scott Lilly) und Julie (Kathryn Todd Norman) sowie die traumatisierte Ix (Tori White, „Séance“) verschanzt haben.

Gemeinsam trotzt man fortan der Gefahren, die in der Abgeschiedenheit lauern und versucht die Aufmerksamkeit der über dem Gebiet kreisenden Hubschrauberpiloten zu erlangen. Doch natürlich bietet auch das vermeintlich sichere Versteck keinen dauerhaften Schutz. Marodierende Horden der rasenden Wutbürger machen die Provinz jedoch nicht unsicher, so dass die Bedrohung im Grunde überschaubar bleibt. Auch die erzählerisch lineare Klärung der Krise mindert die übliche apokalyptische Ausweglosigkeit. So grundlegend erfreulich es ist, dass Clay sein werkschöpferisches Heil nicht in einem ermüdenden Splatter-Fest sucht, so nagt die unspektakuläre Aufmachung letztlich doch an der hehren Ambition dieses reduzierten Underground-Horrors.

Wertung: (5 / 10)

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