Atomic Thrill – I Was a Teenage Zombie (USA 1987)

atomicthrillDer 1994 verstorbene Filmemacher Ignacio F. Iquino („Gesperrte Wege“, „Nevada Joe“) hat in Spaniens Filmhistorie einen festen Platz. Seit den frühen Neunzehndreißigern inszenierte der Katalane mehr als achtzig Filme, Produzierte dergleichen mehr als dreißig und steuerte zu mehr als einhundert die Drehbücher bei. Daneben war das Multitalent auch als Kameramann und Cutter tätig. Als Schauspieler hingegen versuchte sich der Südeuropäer im Laufe seiner Karriere nur ein einziges mal – in der amerikanischen Horror-Komödie „Atomic Thrill“.

Eine Gruppe von High-School-Losern um die Kumpel Dan (Michael Rubin, „Paradise Motel“) und Gordy (George Seminara, „Splatter University“) will vom zwielichtigen Mussolini (Ignacio F. Iquino) Marihuana erwerben. Weil dieser die Freunde aber übers Ohr haut, soll dem Gauner eine Lektion erteilt werden. Bedauerlicherweise kommt der Dealer dabei zu Tode. Rasch wird die Leiche im Fluss entsorgt, doch ist die Ruhe nicht von langer Dauer. Denn durch die atomare Verseuchung des Gewässers entsteigt Mussolini alsbald dem nassen Grab und sinnt auf Rache.

Von Horror kann hier keine Rede sein. „Atomic Thrill“ ist spaßorientierter Nonsens mit sporadischem Gore-Aufkommen. Der Film jongliert eingangs gekonnt mit Klischees des Jugendfilms. Außenseiterprobleme mit Mädchen und Klassenkameraden, Schulhofrowdys und der eigenen Sexualität. Derlei bekannte Zutaten werden belustigend überspitzt und amüsant auf die Schippe genommen. Was folgt ist ausgemachter Trash für hartgesottene Freunde verschollen geglaubter Videothekenschätze.

Parodistische Elemente dienen eher dem Selbstzweck. „Atomic Thrill“ ist kein ironischer Blick auf das Erwachsenwerden, sondern eine alberne Zombie-Komödie in preisgünstiger Verpackung. Die wenigen blutigen Effekte sind amüsant in Szene gesetzt und sparen nicht an makabrer Grundierung. Die Darsteller agieren mit sympathischem Dilettantismus und verhelfen dem maßlos zotigen Film zu kontinuierlichen Attacken auf das Zwerchfell. Regie und Masken indes lassen stark zu wünschen übrig und dürften einzig auf die Erheiterung eines abseitigen Publikums zugeschnitten sein.

Trotz zahlloser Parallelen zu den einschlägig bekannten TROMA-Filmen geht „Atomic Thrill“ nicht auf Lloyd Kaufman und Michael Herz zurück. Dessen ungeachtet ist die von John Elias Michalakis inszenierte Mixtur aus „Revenge of the Nerds“ und „Class of Nuke ´em High” eine bodenlos trashige Horror-Komödie zwischen Coming-of-Age-Movie und High-School-Klamotte. Gerüchten zufolge ging Regisseur und Produzent Michalakis nach Fertigstellung seines Debütfilms ins Kloster, um Mönch zu werden. Dem entsprechend blieb „Atomic Thrill“ sein einziges Werk.

Wertung: (3 / 10)

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