Asterix bei den Olympischen Spielen (F/BE/D/I/E 2008)

asterix-bei-den-olympischen-spielenDie Zeit der klassisch animierten Leinwandausflüge von Asterix und Obelix scheinen wohl endgültig passe, schafft es mit „Asterix bei den Olympischen Spielen“ doch bereits das dritte Realfilm-Abenteuer der schlagkräftigen Gallier in die Kinos. Die ersten zwei Produktionen waren je nach Lust und Laune unterhaltsam, einen gewissen Charme konnte man ihnen gewiss nicht absprechen. Vor allem budgettechnisch schöpfte man aus dem Vollen. Ein nicht minder beachtliches stand auch diesmal zur Verfügung, allerdings lässt sich nicht genau erkennen, welche Altersgruppe die Macher ins Visier nahmen. Der Spagat zwischen ansprechender Kurzweil für Jung und Alt nämlich geht gehörig in die Hose.

Der Gallier Romantix (Stephane Rousseau) ist hoffnungslos in die griechische Prinzessin Irina (Vanessa Hessler) verliebt, was ihn auch prompt in deren Heimat treibt. Dort jedoch wird er von Brutus (Benoit Poelvoorde) – dem Sohn Julius Cäsars (Altstar Alain Delon, „Der Panther“) – rüde des Feldes verwiesen, schließlich ist der ebenfalls an der Ehelichung Irinas interessiert. Erst wenn Romantix die olympischen Spiele gewinnt, darf er Irina zur Frau nehmen, so wird es festgelegt. Das gleiche gilt auch für Brutus. Mit seinen Freunden Asterix (Clovis Cornillac, „Sky Fighters“) und Obelix (Gérard Depardieu, „Ruby & Quentin“) macht sich Romantix nach Athen auf, um sich mit den besten Sportlern der Welt zu messen. Der Zaubertrank darf da selbstverständlich nicht fehlen.

Vom Charme der Comicvorlage(n) ist „Asterix bei den Olympischen Spielen“ weit entfernt. Der dritte Realfilm möchte ein großes humoristisches Potpourri sein, jedoch gibt es hinter der knallbunten Fassade nichts, was den Geist der Urheber Goscinny und Uderzo angemessen einfangen würde. Den Aufwand der Produktion sieht man zwar an allen Ecken und Enden, doch kann dies einfach nicht darüber hinwegtäuschen, dass unter der Oberfläche ein banales Nichts klafft. In dem stehen nicht einmal die Figuren im Vordergrund der ohnehin dürftigen Geschichte, sondern allein die Verpackung. Nach bestem Bemühen wurde die Gagrate nach oben geschraubt. Zählbares in Form echter Lacher aber gibt es nur selten zu vermelden. Das zeigt sich auch an den zahlreichen zeitgeistlich gegenwärtigen und kulturellen Anspielungen, die ihre Wirkung fast völlig verfehlen. Der Film krankt an einem durchgehend flachen Niveau, womit den unzähligen Fans und Lesern der Vorlage beileibe kein Gefallen getan wurde. Jüngeren Zuschauern wird es anbei schwer fallen, den gegenwartsbezogenen Kalauern zu folgen.

Kurzfristiges Interesse generieren die vielen Gastauftritte populärer Sportgrößen, wobei vor allem der Auftritt von Michael Schumacher im roten Streitwagen erwähnt werden soll. Einen schlüssigen Bezug zur Handlung stellen die Macher damit allerdings nicht her. Neben den Gaststars wirkt auch der Hauptcast ziemlich verschenkt. Alain Deloin gefällt sich sichtlich in der Rolle des Cäsars und tatsächlich ist sein Auftritt, neben dem von Gerard Depardieu, noch zu den gelungeneren zu zählen. Der neue Asterix Clovis Cornillac hingegen kann seiner Figur keinen Glanz verleihen, was auch auf Nebenakteure wie Michael „Bully“ Herbig („(T)raumschiff Surprise“) zutrifft. Viel Positives hat der Film unterm Strich nicht vorzuweisen. Fans der Comics werden sich angesichts billiger Zoten und oberflächlicher wie nerviger Charaktere mit Grausen abwenden. Wer es bunt mag, kommt auf seine Kosten, unbestritten aber ist es eine den Galliern gänzlich unwürdige Verfilmung.

Wertung: (3 / 10)

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