Art of Nature (D 2008)

art-of-natureMit der krausen Natur-Dokumentation „Art of Nature“ wandeln die Brüder Carsten und Marc Fehse auf den Spuren von Godfrey Reggio („Koyaanisqatsi“). Die Filmemacher, deren Wurzeln sich im Bereich des deutschen Amateur-Splatters („Mutation“, „Killerbus“) finden, sind bestrebt, das Leben auf unserem Planeten in all seiner Vielfältigkeit abzubilden und in Kontrast zu den technischen und architektonischen Errungenschaften menschlicher Zivilisation zu setzen.

Die Ambition in Ehren, das Erscheinungsbild ihres Werkes lässt jedoch stark zu wünschen übrig. Beeindruckende Panoramen unter und über Wasser wechseln sich mit Aufnahmen aus dem Tiergehege, dem Vogelkäfig oder dem Terrarium ab. Independent-Produktionen sollten derlei Abstriche zugestanden werden, hier mindern sie die Kraft der Bilder aber ungemein. Gerade in den vergangenen Jahren hat die inszenatorische Güte von Dokumentarfilmen spürbar zugenommen. Es bleibt also fraglich, warum man diesen Beitrag wesentlich imposanter gestalteten vorziehen sollte.

Trotz der Unterteilung in verschiedene, klar voneinander getrennte Kapitel lässt sich keine feste Struktur erkennen. Ausschnitte werden einfach aneinander gereiht, schier episodisch, ohne narrativen roten Faden. Hier die Wüste mit Schlange und Skorpion, dort der Adler, die Insekten oder die Tierwelt Afrikas. Mehr als vier Jahre sammelten die Fehses Material und können fraglos auf eine imposante Sammlung verschiedener Auszüge aus Flora und Fauna verweisen. Was aber nutzt es ihnen, wenn kein Ziel gesteckt wird, auf das die Masse an Kameraflügen, Zeitraffern und Computeranimationen hinarbeitet?

Das Hauptmanko bleiben die von den Synchronsprechern Ernst Meincke (u.a. Josh Brolin, Terry O´Quinn) und Martina Treger (u.a. Sharon Stone, Carrie-Ann Moss) vorgetragenen Texte. Die wirken gestelzt, möglichst vielsagend aufgebauscht, lassen dabei aber insbesondere den unabdingbaren Informationsgehalt vermissen. Im letzten Drittel schließlich begnügen sich die Werkschöpfer mit Momentaufnahmen verschiedener Metropolen (u.a. Paris und Berlin), wagen abschließend gar einen Blick auf die Raumfahrt und streben so den Gegensatz zu den gezeigten Naturwundern an. Bedauerlicherweise geht ihnen die Möglichkeit eines Statements – und damit die Chance des Films an sich – endgültig verloren.

Wertung: (3 / 10)

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