Arn – Der Kreuzritter (S/N/FIN/DK/D/GB 2007)

arn-der-kreuzritterMit dem Historien-Drama „Arn – Der Kreuzritter“ wandelt Peter Flinth („Wallander“) auf den Spuren Hollywoods. Das zweiteilige Epos über den schwedischen Volkshelden Arn Magnusson, basierend auf der Roman-Reihe von Jan Guillos, ist eine skandinavische Gemeinschaftsproduktion, die sich in Sachen Ausstattung und Bildgewalt mitnichten hinter amerikanischem Pomp zu verstecken braucht. In Deutschland erscheint das dramatisierte Spektakel als rund 130-minütiger Zusammenschnitt, der bald um die Hälfte seines regulären Umfangs erleichtert wurde.

Die sich damit einstellende Sprunghaftigkeit in der Erzählung ist nicht das Verschulden der Macher. Wohl aber die dezente Langatmigkeit, sie sich selbst in der gestutzten Variante noch einschleicht. Sie überschattet den entbehrungsreichen Lebensweg jenes Arn Magnusson (Joakim Nätterqvist, „2 kleine Helden“), der als Sohn eines Adligen im Kloster erzogen und von einem ehemaligen Kreuzritter auch in der Kunst des Schwertkampfes geschult wird. Er verliebt sich in Cecilia (Sofia Helin, „Zurück nach Dalarna!“), die jedoch einem anderen versprochen ist, und wird Opfer einer Intrige, als ihre Hochzeitspläne mit einer Schwangerschaft besiegelt werden.

Während Cecilia ins Kloster verbannt wird, folgt Arn gezwungenermaßen einem Kreuzzug ins Heilige Land, wo er selbst beim Gegner zum gefürchteten und zugleich respektierten Krieger avanciert. Als er viele Jahre später totgeglaubt heimkehrt, ist es an ihm, nationale Fehden zu beenden und das Land zu einen. Für sein komprimiertes Kriegerschicksal findet Flinth die richtigen Bilder und taucht die aufwändigen, wenn auch etwas kurzen Schlachtszenarien in Blut und dreckiges Massensterben. Dem gegenüber allerdings stehen die pathetische Ausarbeitung der Hauptfigur und eine allzu konventionelle Abhandlung der zentralen Liebesgeschichte.

Schauspielerisch überzeugt der Film, der in kleinen Rollen von Stellean Skarsgard („Pirates of the Caribbean“) und Vincent Perez („Die Bartholomäusnacht“) unterstützt wird. Doch bei aller formalen Wucht, aller Detailfülle der Ausstattung fehlt es an der Vision, dieser besonderen Note, die Ridley Scotts thematisch ähnlich angelegten „Königreich der Himmel“ – zumindest im ausschweifenden Director’s Cut – zum opulenten Kinoerlebnis machte. „Arn“ hingegen mangelt es trotz monumentaler Färbung an einem Gesamtbild, das Emotion, Gewalt und Historie gleichwertig faszinierend abbilden könnte.

Wertung: (6 / 10)

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