Armed Response – Die Vergelter (USA 1986)

armed-response„Rest in pieces.“ – In Bombenstimmung: Jim

Früher, da durften Filme noch Titel haben, die keinerlei Zweifel an ihrer reaktionären Gesinnungsrichtung aufkommen ließen. Ein treffliches Beispiel ist „Armed Response“, dessen deutscher Titel „Die Vergelter“ der propagierten Do-It-Yourself-Rechtsprechung gar noch weit vordergründiger Ausdruck verleiht. Aber so war das in den Achtzigern, wenn es galt frevelhaftes Gezumpel ohne Wimpernzucken von der Bildfläche zu tilgen. Und wenn dann auch noch die alternden Haudegen David Carradine („McQuade – Der Wolf“) und Lee Van Cleef („Die Klapperschlange“) gezückten Ballermannes zur rächenden Tat schreiten, haben Action-Nostalgiker gut lachen.

Einmal mehr darf das wörtlich genommen werden, bietet Fred Olen Rays („Hollywood Chainsaw Hookers“) brutaler Feldzug gegen die Unterwelt von Los Angeles doch ausreichend Gelegenheit für handfeste Zwerchfellerschütterung. Nur, wo soll man da anfangen? Vielleicht beim einleitend in Großaufnahme abgeschnittenen (Plastik-)Finger von Conan Lee („Prince of the Sun“), der nach seinem Kurzauftritt leidend von dannen zieht und nach der Verlesung eines Glückskeksspruches in die nächste Welt gesprengt wird. Oder bei Mako („Conan, der Barbar“), der als Yakuza-Vorsteher Tanaka gern betroffen den Blick senkt und den legendären Grotesk-Glatzkopf Michael Berryman („The Hills Have Eyes“) als ausgewiesenen Totschläger in seinen Reihen hält.

Die Story ist schnell erzählt: Tanaka hat den chinesischen Tongs eine wertvolle Statue als Zeichen des Friedens zukommen lassen. Dummerweise wurde die entwendet, weshalb der Gangster zwei Privatdetektive (!) anheuert, das gestohlene Gut zurückzuholen. Bei der Geldübergabe an die Diebe (darunter Laurene Landon aus „Maniac Cop“) hintergeht Cory (Ross Hagen, „Night Creature“) den Partner, der es mit der Statue bis nach Hause (durch die Scheibe) schafft und vor Bruder Jim (Carradine) und Vater Burt (Van Cleef) stirbt. Fortan will Tanaka die Statue und die ihres Blutsverwandten beraubten Haudegen Rache. Klar, dass da bald einige Blutbeutel bersten.

Der wenig bekannte und lange indizierte B-Actioner ist (typisch Fred Olen Ray) handwerklich unzulänglich und inhaltlich betonköpfig, bereitet aber gerade darum (untypisch Fred Olen Ray) gestandenes Vergnügen. Jim wird ständig von traumatischen Erinnerungen an seinen Einsatz im Vietnamkrieg heimgesucht, kann sich die quälende Pein im Kampf gegen die alternativ-asiatische Gegnerschaft aber munter von der Seele ballern. Endgültig rot sehen die Oldtimer, als das nächste Familienmitglied – nach Folterung durch den jungen Cary-Hiroyuki Tagawa („Showdown in Little Tokyo“) – zu Tode kommt. Viel passiert insgesamt nicht, aber drollige Dialoge, solide Altstars und ein denkwürdig überzogener Berryman machen den rüden Rache-Trash zur passablen Spaßgranate mit 80’s-Chic.

Wertung: (4 / 10)

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