Arena (USA 2011)

arena-jacksonOffenbar braucht Samuel L. Jackson dringend Geld. Anders ist seine Mitwirkung im strunzdummen Actionfilm „Arena“ kaum zu erklären. Unsägliche Ausreißer gab es in der Vita des lässigen Mimen zwar bereits in der Vergangenheit – man entsinne sich allein „The Spirit“ –, Schund dieses Kalibers ist aber hoffentlich kein Indiz für ausbleibende Angebote in qualitativ respektablen Produktionen. Als Veranstalter mörderischer Internet-Gladiatorenkämpfe chargiert Jackson am Rande der Schmerzgrenze. Damit steht er aber immer noch besser da als der entsetzlich hölzerne Hauptdarsteller Kellan Lutz, der bereits als Nebendarsteller der „Twilight“-Saga beschränktes Charisma bewies.

In der Rolle von Feuerwehrmann/Rettungssanitäter David Lord empfiehlt sich der muskulöse Blondschopf aber eher für die Goldene Himbeere denn weitere Engagements in tragenden Rollen. Bevor er in die Fänge von Jacksons diabolisch grinsendem (und bevorzugt mit den asiatischen Gehilfinnen fummelnden) Unmenschen Logan gerät und vor artifiziellen Computerbildern um sein Leben kämpft, darf er zunächst aber den Tod der schwangeren Frau (Kurzauftritt für „Vampire Diaries“-Star Nina Dobrev) betrauern. Fortan lässt er sich in mexikanischen Spelunken volllaufen und wedelt so lange mit der prall gefüllten Brieftasche, bis er von der adretten Milla (freizügig: Katia Winter, „Night Junkies“) aufgerissen wird.

Im schäbigen Hotel setzt sie ihn mit einem Elektroschocker außer Gefecht und lässt ihn in Logans Privat-Guantanamo verschleppen, wo ihn Schicksalsgenosse Daniel Dae-Kim („Lost“), Wasserfolter und (in ideenloser Regelmäßigkeit) der Taser erwarten. Und natürlich die von ausgesuchten (und ausgesucht dämlichen) Schaulustigen am Rechner begafften (US-College-Kids und asiatische Bürohengste müssen dem Schein der Internationalität genügen) Duelle auf Leben und Tod. Nur sind die derart stumpf und vorhersehbar abgehandelt, dass selbst hartgesottene Wertschätzer qualitätsloser Unterhaltung über das Regiedebüt von Effekt-Spezialist Jonah Loop („Collateral“) nur die Nase rümpfen dürften.

An Blut und dummen Gesichtern wird derweil nicht gespart. Nur für Spannung, Atmosphäre oder packend inszenierte Actionszenen blieb kein Platz. Auch reißt der mies gespielte Brutalo-Trash – selbst gemessen am Intelligenzvakuum der zwischen „Gamer“ und „Death Race“ variierten Ausgangssituation – gewaltige Logiklöcher auf. Wie auf Knopfdruck darf David zum Killer werden, die doch nicht so böse Milla bespringen und Logans Henker Kaden (Johnny Messner, „Running Scared“) zum Kampf fordern. Am Schluss, an dem auch James Remar („Dexter“) auftreten darf, wird seine Barbarei in einer absurden Wendung gar noch legitimiert. So dumm können Filme sein – trotz, oder hier gerade auch wegen Samuel L. Jackson.

Wertung: (2 / 10)

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