Arabrot – Arabrot (2013, Fysisk Format)

arabrotstWem gehört eigentlich das Blut auf dem Boden? Laut ARABROT ist es meins. Oder deins. Aber eindeutig ist wenig auf dem selbstbetitelten sechsten Album der exzentrischen Norweger. Deren Frontmann und kreativer Kopf Kjetil Nernes hat sich zwecks Ideenfindung und Songschreiberei (laut Sage und Pressezettel) in ein verlassenes Gotteshaus zurückgezogen. Was aus solch kunstfertigem Kurzzeit-Eremitendasein erwachsen kann, konnte man bei „The Shining“ (egal ob Buch oder Film) erfahren. Zu Schaden gekommen ist bei der Ausarbeitung des neuen Liedguts aber offenkundig niemand. Was nicht ist, kann aber schließlich immer noch werden.

So richtig greifbar sind ARABROT auch diesmal nicht. Beim Vorgängeralbum „Solar Anus“ erregte der Titel Aufmerksamkeit. Davon sind die Nordmänner diesmal abgerückt. In Erinnerung bleiben werden vor allem die stimmlichen Extravaganzen. Wenn Nernes bei „Throwing Rocks at the Devil“ wiederholt ein langgezogenes, fast nachäffendes „Ahahaa“ einwirft oder „Blood on the Poet“ durch kurze „Dumdadidas“ aufpeppt, fragt man sich unweigerlich, ob da wohl gleich noch ein frohlockendes „Hurz“ eingeworfen wird. Ach ja, zur besseren musikalischen Verortung trifft psychedelisch angehauchter Rock auf Metal. Das ist mal eingängig, oft eigensinnig und nicht selten progressiv. Zwingend begeistern muss das nicht. Doch es sollte Respekt abringen. Denn derart konventionsbefreit gehen temporär nur wenige Combos zu Werke.

Wertung: (7,5 / 10)

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