Antigama – Warning (2009, Relapse Records)

Auch ANTIGAMA erliegen dem Rausch der Geschwindigkeit. Auf „Warning“ feuern die vier Polen aus allen Rohren und helfen einem Grind-Monstrum auf die Beine, das ohne nennenswertes Federlesen platt macht, was ihm vor die stampfenden Füße gerät. Mit strukturellen Dissonanzen, aggressiven Breaks und einer auf Massenvernichtung ausgerichteten Grundhaltung dürfte der hier an den Tag gelegte Ideenreichtum anderen Bands für eine gesamte Discographie reichen. Diese lautstark ins Extrem tendierende Versiertheit birgt aber auch die Gefahr der Überforderung.

Will man sich wirklich auf ein ohrenbetäubend kesselndes Musikwerk einlassen, dass ungeachtet jedweden Irrwitzes nur verbrannte Erde hinterlässt? ANTIGAMA indes stecken nicht auf. Sie wollen mehr. Also mischen sich im weiteren Verlauf dieser destruktiven halben Stunde experimentelle Additive ins wohl gebändigte Chaos: Percussions, Orgel, kreischiger Gesang, frickelige Passagen zwischen Jazz, Flipperautomat und Rock. Pausen sind hier niemandem vergönnt. Zumindest nicht bis zum Abschluss, wenn die Gehörgänge über gut sieben Minuten mit Ambient-Klängen besänftigt werden. Eine so anstrengende wie ebenso visionäre Tour de Force.

Wertung: (7 / 10)

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