Antidote – No Peace in Our Time (2012, Bridge Nine Records)

Warum nicht mal altmodisch schrabbeligen Hardcore ins Presswerk rotzen? Mit Schmackes, DIY-Attitüde und angepissten, politisch motivierten Texten. ANTIDOTE, selbst ein kleiner Klassiker des Genres, feiern Wiederauferstehung und finden hörbar Gefallen an der retrospektiv angehusteten Huldigung des Punk-influenzierten Ostküsten-Hardcores. Gemessen am Garagen-Sound werden Erinnerungen an „D.F.L.“ wach, deren aufs Wesentliche reduzierte und zweckmäßig triste Klangfarben vor allem beim schamlos lärmenden „The Hate Maschine“ ihre Entsprechung finden. Aber auch sonst ist „No Peace in Our Time“ eine Platte, die vor allem dadurch Eindruck macht, dass sie sich moderner Produktionsstandards konsequent verschließt.

Die 10 so schnörkellosen wie patzigen Statements zur Lage von Welt und Nation umreißen kaum mehr als 20 Minuten. Aber Zeit zur Tiefenwirkung benötigen ANTIDOTE sowieso nicht. Entweder man sympathisiert mit dem schnoddrigen Stil der Ewiggestrigen oder lässt es bleiben. Der Reiz der Platte – und überschaubar kurzen Beiträgen wie dem von OiOiOi-Chören heimgesuchten „Time is Right, Ready to Fight“ oder dem von Hardcore-Legende Roger Miret begleiteten „Rise Above“ – allerdings ist kaum zu leugnen. ´1-2-3 Vollgas´-Hardcore also, bei dem sich die Frage nach Gespür für Melodien und Gefälligkeit einfach nicht stellt. Hauptsache es knallt!

Wertung: (7,5 / 10)

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