Anti-Flag – The General Strike (2012, SideOneDummy)

anti-flag-the-general-strikeDas gute Gewissen ist zurück. ANTI-FLAG aus der Arbeiterstadt Pittsburgh sind nicht einfach nur eine unter vielen Punkbands. Ihr politisches und soziales Engagement ist seit jeher enorm und dabei selbstverständlich. Ob im kleinen oder großen Rahmen, geholfen, unterstützt und demonstriert wird (fast) immer. Die große Bühne ist ohnehin nicht so ihr Ding, nach zwei Alben sagten sie der großen Industrie Adieu und auch die vor etlichen Jahren hart erspielten größeren Clubs weichen aktuell wieder kleineren Locations. Nicht, weil Nachfrage und Ruf nachlassen, sondern weil man es einfach wieder intimer, persönlicher halten möchte. Und das darf man ihnen glauben.

Nach dem härteren Rundumschlag „The People Or the Gun” gibt sich das Quartett auf seinem achten Album wieder etwas gezügelter und melodischer. Ihr Faible für den (Punk-)Sound der 70er war schon immer bekannt, trägt hier aber bspw. durch einen Song wie „This Is the New Sound” neue Früchte. Nicht umsonst spielten sie im Rahmen der „Complete Control“-Session ein paar Songs von THE CLASH. Für ein paar harte Momente ist natürlich trotzdem gesorgt. Das nicht einmal 30-sekündige „Controlled Opposition” oder „Bullshit Opportunities” gehören zu den harten Ausreißern des Albums. Von der melodischen Seite stechen die hymnischen „Broken Bones” und „1915″ hervor. Grundsätzlich klingt „The General Strike” wie ein typisches Album mit all den bekannten Zutaten. Aber trotzdem schaffen es ANTI-FLAG immer wieder, ihre Platten etwas anders klingen zu lassen, ohne diese typische eigene Note über Bord zu werfen.

Inhaltlich wurden ANTI-FLAG vor allem von der Occupy-Bewegung sowie den Demonstrationen und Aufständen im Nahen Osten beeinflusst. „The General Strike” ist aber keine große Abrechnung, wie es vielleicht „The Terror State“ oder „The People Or the Gun” waren, doch ihre kritische Haltung haben sie natürlich nicht verloren. Gut so, ein in allen Belangen gewohnt souveränes – wenn auch mit unter einen halben Stunde recht kurzes – Album der Polit-Punks.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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