Angstbreaker – MMXVI (2016, PCS Records)

angstbreaker-mmxviBei ANGSTBREAKER ist die Zeit für einen Neuanfang gekommen. Nach ihrer Split mit TIME TO LIVE (2013) begaben sich die sechs Leipziger auf Tour und begannen im Frühjahr 2015 mit den Arbeiten an ihrem Albumdebüt. Über die nächsten Monate ging jedoch die Hälfte der Mannschaft von Bord, so dass der Kurs nach Einbringung eines Ersatzgefährten nun zu viert gehalten wird. Trotz veränderter Besetzung wird an der grundlegenden Ausrichtung jedoch nicht gerüttelt.

Was das bedeutet, veranschaulicht die EP „MMXVI“ – Fußnote für Komplettisten: Das mittlerweile fertig gestellte Album wird Ende 2016 nachgeschoben. –, auf der die Jungs schnörkellosen Hardcore mit DIY-Schmiss präsentieren. Unter den fünf Nummern finden sich mit dem eröffnenden „#MyFriendIsHipster“ und „Stomping On Your Grave“ kurz gehaltene Brecher, die ohne Zierrat zum Punkt kommen. Ein wenig melodischer geht es beim programmatischen „L.S.I.A.“, das sich mit seinen „Let’s Start It Again“-Shouts für die Musikkultur jenseits kommerzorientierter Ausrichtung einsetzt (dafür steht auch die Aufmachung der aus dünnem Papier bestehenden CD-Hülle).

Der beste Beitrag, „2/3 Straight Edge“, beweist nicht nur instrumentalen Abwechslungsreichtum, sondern macht sich auch für die stark, die keine Stimme haben. „Gone“, der letzte Track im Bunde, ist ein neu eingespieltes Stück älterer Garnitur, das mit punkigen Vorstößen gefällt, dessen anfängliche Shouts aber ein wenig nach angepisster Micky Maus klingen. Das Rad erfinden ANGSTBREAKER auf „MMXVI“ erwartungsgemäß nicht neu, überzeugend aber von der kreativen Schubkraft des Szene-Untergrunds. Und das macht definitiv Lust auf mehr.

Wertung: (6,5 / 10)

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