Ananas Express (USA 2008)

ananas-expressWas nur hat Judd Apatow („Beim ersten Mal“) an sich, dass den von ihm produzierten, erdachten oder gedrehten Filmen mit fast schon gönnerhaftem Wohlwollen begegnet wird? In Hollywoods Komödiensegment gilt der Allrounder als DIE große Hoffnung, schließlich versteht er sich auf die Kopplung konventioneller Burlesken mit dem Charme des Kleinkunst-Kinos. Nur vermochte kaum ein Projekt mit seiner Beteiligung vollends zu überzeugen, was insbesondere seinem Hang entspricht, etwaige Lustspiele breiter zu treten, als es ihnen eigentlich gut täte.

Zu „Ananas Express“ steuerte Apatow Teile der Story bei und fungierte als Produzent. Das Skript lieferten seine „Buddies“ Seth Rogen und Evan Goldberg („Superbad“), wobei Shootingstar Rogen auch die Hauptrolle übernahm. Regie führte David Gordon Green, der mit „Undertow“ und „Engel im Schnee“ die zeitgenössische Independent-Sparte bereichert hatte. Das Ziel war also der Mix aus typischer (Kiffer-)Klamotte und ambitionierter Typen-Komödie. Im Ansatz will das durchaus gelingen, nur verfällt das Skript einem überflüssigen Hang zu brutaler Action.

Rogen spielt Dale Denton, einen nur äußerlich erwachsenen Twentysomething, dem die titelgebende (und äußerst rare) Grassorte zum Verhängnis zu werden droht. Als er nämlich Zeuge eines Mordes wird, lässt er einen angerauchten Joint zurück, der einen Drogenboss und seine Komplizin in Polizeiuniform (Rosie Perez, „Perdita Durango“) auf die Fährte des Zufallsbeobachters führt. Als Dale unbewusst auch den verpeilten Kleindealer Saul (James Franco, „Spider-Man 1-3“) in die Sache verstrickt, beginnt eine turbulente Flucht vor Killern, korrupten Cops und der eigenen Courage.

In zeitgemäßer Optik, mit wüsten Schnitten und wilden Kamerafahrten, wird die Eskalation der Geschehnisse vorwärts gepeitscht. Die dauerbenebelte Entspannungshaltung der Flüchtigen wird dabei zur aussichtslosen Gegenströmung der zunehmend etablierten Selbstverständlichkeit der Gewalt. Die ersetzt mitunter recht hilflos die Entwicklung der Hauptprotagonisten, in deren destruktivem Schweif die meisten Nebencharaktere – unter anderem Amber Heard („All the Boys Love Mandy Lane“) als Dales Freundin und Danny McBride („Tropic Thunder”) – zu Lückenfüllern degradiert werden. Ein zwiespältiger Filmversuch zwischen Stoner-Sympathie und selbstgefälligem Blutbad.

Wertung: (5 / 10)

 

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