An American Werewolf in Paris (USA/F/GB/LUX/NL 1997)

americanwerewolfparisWieder so eine Fortsetzung auf die niemand gewartet hat: Anthony Wallers („Stumme Zeugin“) später Aufguss des modernen Horror-Klassikers „An American Werewolf in London“ verlagert das Geschehen nach Paris und bauscht die ursprüngliche Schlichtheit des Konzepts über nach Blutreinheit strebende Werwolf-Horden unnötig auf. Das auch von Waller mitverfasste Drehbuch lässt die Ironie und Bitterkeit von John Landis Original schmerzlich vermissen und fährt mit Tom Everett Scott („That Thing You Do!“) obendrein einen blassen Hauptdarsteller auf.

Der von ihm gespielte Andy McDermott bereist mit zwei Freunden (der eine offensichtlich bald tot, der andere nur zur Lüftung des trainierten Oberkörpers dabei) Europa. In Paris, Stadt der Liebe, vollen Einkaufstüten und Werwölfe, hoffen sie auf Spaß und amouröse Abenteuer. Nachts schleichen sie sich auf den Eiffelturm, von dessen höchster Plattform sich Andy mit einem Bungeeseil todesmutig in die Tiefe stürzen will. Gerade recht kommt die Ausrüstung, als die hübsche Serafine (Julie Delpy, „Killing Zoe“) an gleicher Stelle ohne Hilfsmittel vom französischen Wahrzeichen zu springen gedenkt, um ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Im waghalsigen Sprung rettet er sie auf denkbar krude Weise. Nur so recht freuen kann sie sich darüber nicht. Näher kommt ihr der US-Tourist dennoch, wird von ihrem Bekannten Claude (Pierre Cosso, „Cinderella 87“) aber bei der kommenden Vollmondnacht zu einer Party gelockt und, als sich einige Gäste im versperrten Kellerloch plötzlich in reißende Werwölfe verwandeln, auch von einem gebissen. Wäre es nicht um die herbeigeeilte Serafine, natürlich selbst ein Lykanthrop, Andy wäre wohl in Stücke gerissen worden. Von der neuen Liebe über das traurige Schicksal aufgeklärt, glaubt er ihr anfangs kein Wort. Bis er sich selbst in einen riesigen Wolf verwandelt und zu Töten beginnt.

Statt des originär tragischen Finals kommt Waller mit einer Heilmethode um die Ecke, die ein saftloses Happy End garantiert. Dessen Zubringer ist mit Leichen gepflastert, gilt es doch Claude und seinen Gefährten, die die Welt vom nicht werwölfischen Gezücht bereinigen wollen, zur Strecke zu bringen. Die Erzählung ist flach, die Computer- und Make Up-Effekte lieblos. Auch der makabre Humor, mit Herz-Smoothie und neuerlicher Zombie-Heimsuchung, funktioniert nicht, so dass „An American Werewolf in Paris“ nur ein krampfhaft auf Tempo getrimmter Abklatsch ohne Esprit bleibt. Schon allein der Anlehnung ans Original wegen weitgehend indiskutabel.

Wertung: (4 / 10)

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