Always Outnumbered – When Potential Outweighs Ability (2001, Two Friends Records)

alwaysoutnumberedwhenpotentialKanadas Emo-Export ALAWAYS OUTNUMBERED hatte mit „Until Tomorrow” Blut geleckt. Die Resonanzen stimmten, das Interesse eines nach melancholisch derbem Indie-Rock gelüstenden Publikums war geweckt. Nur ein Jahr später legte der Fünfer nach und presste bei abermaliger Deutschland-Veröffentlichung durch Two Friends Records 7 Tracks auf den Nachfolger „When Potential Outweighs Ability“. Die unterscheiden sich nur im Detail von der zeitweisen Behäbigkeit des Vorgängers und zeigen doch geschliffene Qualitäten auf. Beim abschließenden „Burn Yourself Alive“ wird gar die Hardcore-Kelle geschwungen. Doch selbst dieser Ausreißer steht ihnen denkbar gut zu Gesicht.

Bereits der verbesserte Sound wirkt sich positiv auf das Gesamtbild der EP aus. Die Stimme von Sänger Matt Richmond kommt besser zur Geltung, das Zusammenspiel der Instrumente wirkt mehr wie aus einem Guss. Das Songwriting setzt verstärkt auf eingängige Momente („Just Say the Words“) und ist trotz dezenter Einflechtung popiger Elemente weit von einer möglichst auf breiter Ebene nach Begeisterung heischenden Hitfabrik entfernt. Anno 2002 verschlug es die Band, die für ein Cover auf „Katherine the Grateful“ von KNAPSACK zurückgriff, für eine Tour nach Europa. Der Emo-Punk ebbte bald ab, mit ihm gingen Legaten wie ALWAYS OUTNUMBERED. Ob sie heute noch eine Chance hätten sei dahingestellt. Missen jedoch möchte man sie sicher nicht.

Wertung: (7 / 10)

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