Alligator 2 – Die Mutation (USA 1991)

alligator2mutationDank Regisseur Jon Hess („Excessive Force“) bekam auch „Der Horror-Alligator“ (1980) eine überflüssige Fortsetzung aufs Auge gedrückt. Elf Jahre nach dem augenzwinkernden Original produziert, erzählt „Alligator 2 – Die Mutation“ die Geschichte um die Riesenechse in der Kanalisation einer namenlosen Großstadt einfach neu. Nur hat diesmal der Einfluss von Giftmüll seinen Teil zur Entwicklung des Monstrums beigesteuert. Joseph Bologna („Citizen Cohn”) und Dee Wallace Stone („Critters“) ermitteln, bleiben aber die erforderliche Rechtfertigung für ihre Mitwirkung in diesem unmotiviertem Firlefanz schuldig.

Statt dessen gibt es viele Wrestling-Intermezzi und wenig Alligator. Hier mal zwei Taucher verputzt, dort mal einen Obdachlosen apportiert und kräftig den unverhältnismäßig gewaltigen Schwanz in lethargischem Schnarchtempo geschwungen. Gruselig geht es hier nur in Sachen Drehbuch zu. Jenes gestattet vor allem dem Industriellen Übeltäter Brown (Steve Railsback, „Lifeforce”) Garstigkeiten am laufenden Filmmeter. Unter anderem darf der korrumpierbare Bürgermeister in aller Öffentlichkeit beseitigt werden, weil er den kriminellen Diensten des eitlen Giftmischers nicht länger Folge leisten will.

Aber zum Glück gibt es den unverwüstlichen Ordnungswahrer David Hodges (Bologna), dessen Gattin (Stone) passenderweise Biologin ist. Das spart Zeit bei der Rekonstruktion des Hintergrunds und schmeckt nur ganz nebenbei nach schabloniertem Inhaltseinerlei. Überaus sinnig ist auch der Umstand, dass die urbanen Abwassersysteme in den See der städtischen Grünanlage münden. Aber so kann die hungrige Handtasche zumindest reichlich Futternachschub ordern, wenn der schurkige Unternehmer im Park einen Jahrmarkt zur Abzocke des kleinen Mannes errichtet.

Bevor dem kugelresistenten Riesenalligator letztlich mit schwerer Artillerie zu Leibe gerückt wird, darf aber noch eine Schar „uramerikanischer“ Jäger ins Geschehen eingreifen. Diese werden angeführt vom ewigen Erzbösewicht Richard Lynch („Die Barbaren“), der hier den ersprießlichen Rollennamen Hawk Hawkins aufträgt. Im studioeigenen Schilf wird aber auch diesem rasch die Lebensberechtigung entzogen. Das ist, wie übrigens sämtliche Angriffe des Ungeheuers, blutleer und mit reichlich konfuser Montage realisiert. Mal kommt ein echtes Tier moderater Größe zum Einsatz, mal ein aufgepumptes Modell mit Schiebevorrichtung.

„Alligator 2 – Die Mutation“ ist behäbig inszenierter und reichlich belangloser Grusel mit scheußlichem Soundtrack. Vom humoristischen Einschlag des Originals ist nichts mehr übrig, wenn überhaupt schleicht sich Komik der unfreiwilligen Art ins Geschehen ein. Das Skript sprüht vor Ungereimtheiten und konstruierter Dramaturgie, die Darsteller vergeuden ihre Qualitäten an billig getricksten Mummenschanz. Und mag der Streifen auch nicht der schlechteste Kroko-Horror der Filmgeschichte sein, bedenklich nah dran ist er allemal.

Wertung: (3 / 10)

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