All For Nothing – What Lies Within Us (2014, GSR)

all-for-nothing-what-lies-within-usZumindest in der Musik wird die Gleichberechtigung vorgelebt. Frauen in den Vorstand großer Wirtschaftsunternehmen zu berufen, geht vielen Zeitgenossen – nicht allein im Geiste des antiquierten Patriarchats – noch ein gutes Stück zu weit. Neben der Politik, wo sich Mutti Merkel anschickt den Amtsrekord von Alt-Kanzler Kohl zu brechen, kann aber auch der Hardcore Lieder von weiblichen Frontfrauen singen. Naja, eigentlich schmettern die Damen jene Songs gleich selbst und stehen ihren männlichen Schreihals-Kollegen damit in nichts nach. Seit Beginn des neuen Jahrtausends betätigen sich auch ALL FOR NOTHING aus Rotterdam als Vorkämpfer des geschlechtsübergreifenden Miteinanders und transportieren die entsprechende positive Attitüde in ihren Texten gleich mit.

Am Mikro präsentiert Sängerin Cindy auch auf dem vierten Album „What Lies Within Us“ leidenschaftlich herausgeplärrte Vocals mit hehrer Botschaft. Nach kurzem Intro wird dies gleich von „Luctor et Emergo“ untermauert, das mit Zeilen wie „Open heart, open mind, no fear of failure“ und „Just believe you can, and you’re halfway there“ ans Selbstvertrauen appelliert. Musikalisch bleibt es bei der bewährten Mischung aus WALLS OF JERICHO und COMEBACK KID, will heißen melodische Farbtupfer sind ebenso gern integriertes Motiv des treibenden Hardcores wie Einschübe des Metal. Für letztere Kategorie stehen „Burn the Lies“, „Poison to My Soul“ oder der Titeltrack, die mit Wucht und Schmackes konstant mitreißen.

Stattliches Hitpotenzial offenbaren aber insbesondere die gern von mehrstimmigen Passagen und punkigem Vorschub geprägten Beiträge. Aus denen stechen „Five Leaf Clover“, „Last Bit of Hope“ oder „Nothing Left to Fear“ hervor. Rund die Hälfte der 12 Songs verbleibt im Rahmen von zweieinhalb Minuten, womit die nötige Kurzweil gewahrt bleibt. ALL FOR NOTHING zelebrieren ihre Interpretation der bewährten Erfolgsformel des modernen Hardcore mit ansteckender Spielfreude und gesundem Optimismus. An packendem Moshpit-Futter mangelt es „What Lies within Us“ nicht. Wenn Wirtschaft so viel Spaß machen würde, müsste über Gleichberechtigung in Führungsetagen wahrlich nicht mehr diskutiert werden.

Wertung: (7,5 / 10)

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