All For Nothing – Miles & Memories (2009, GSR/Demons Run Amok)

all-for-nothing-miles-and-memoriesMit ihrem Female Fronted-Hardcore lagen ALL FOR NOTHING früh auf der Höhe der Zeit. Denn die Basis ist trotz kompromisslosem Rückgriff auf die alte Schule modern geprägt und verbindet im Sinne von Bands wie COMEBACK KID oder SINKING SHIPS standesgemäßes Geknüppel mit Melodien und hymnischen Gangshouts. Mit ihrem zweiten Album „Miles & Memories“ etablierten sich die Rotterdamer als Konstante. Die Zutaten sind bewährt, ihre Vorstellung bleibt kraftvollem Wüten unterworfen, das sich mit musikalischen Mitteln über Zwänge und Regeln hinwegsetzt. Das Rad ließ sich damit nicht neu erfinden. Für ein zünftiges Pit-Gewitter reicht es aber bis heute.

Was dem Album ein wenig fehlt, sind bleibende Hits. Das hohe Aufkommen packender Momente fegt die gröbsten Zweifel an der individuellen Klasse jedoch so lautstark wie routiniert beiseite. „Overhaul“, „Downfall“, der Titelsong oder „Holding Back“ reißen mit und verleiten zum kollektiven Fäusterecken. Bisweilen fehlt ein wenig der Feinschliff, um grundlegend ansprechende Tracks in nachhaltige Urgewalten zu verwandeln. Doch das patzige Organ von Frontfrau Cindy und die gefällige Variation liebgewonnener Strukturen gibt der Zielgruppe, wonach es sie verlangt. So mag „Miles & Memories“ keine Platte für die Ewigkeit sein, für die Dauer von 12 Tracks bürgt sie aber für eine gute Zeit mit gesteigertem Bewegungsdrang.

Wertung: (6,5 / 10)

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