Aladin (I/USA 1986)

aladinspencerDas Interesse an den Filmen von Bud Spencer („Der Bomber“) war weitteils versiegt, als er 1986 erstmals in einer US-Produktion mitwirkte. Menahem Golan und Yoram Globus (u.a. „Delta Force“), die als Köpfe des Cannon-Unternehmens eine wichtige Marke in Hollywood stellten, finanzierten die von Fulvio Lucisano („Planet der Vampire“) auf den Weg gebrachte Fantasy-Komödie „Aladin“. Die zeigt Spencer als wuchtigen Lampengeist, der, als er an einen gewitzten Teenager gerät, zum Wegweiser eines besseren Lebens wird.

Der 15-jährige Al Haddin (Luca Venantini, „Executor – Der Vollstrecker“) wächst ohne Vater auf und jobbt bei einem Trödelhändler, während der trinkfreudige wettbesessene Großvater (Julian Voloshin) die Mutter (Janet Agren, „Red Sonja“) um den Schlaf bringt. Sie verdingt sich im Umfeld des Gangsters Siracusa (Tony Adams), der die Polizei schmiert und die Unternehmer der Region mit Schutzgelderpressung drangsaliert. Als Al den Dschinn durch Zufall aus einer alten Öllampe befreit, erfüllt dieser ihm fortan jeden Wunsch.

Wie das vonstatten geht bleibt absehbar: Al erobert das Herz seiner Flamme, vermöbelt ein paar Rowdys und avanciert zum Sport-As. Siracusa und seine Schläger bekommen zwischendrin ihr Fett weg und Opa wird im Vorbeigehen auch noch geläutert. Humorvoll ist das kaum, ein paar Schmunzler hat Spencer beim fortwährenden Kulturclash mit den Gegebenheiten der modernen Welt auf seiner Seite. Nicht wenige der losen Erzählstränge – allen voran die Episode mit den Menschenhändlern – wirken aber wie Füllmaterial, um die wenig originelle Geschichte auf 90 Minuten zu dehnen.

Die Regie von Bruno Corbucci, der mit Spencer auch den ähnlich mauen „Bud, der Ganovenschreck“ drehte, bleibt solide, die seinerzeit durchaus aufwendigen Tricks wirken heute arg veraltet. Am Ende wird natürlich alles gut in diesem modernen Märchen, das aber gerade den erforderlichen Zauber vermissen lässt. Für den schwergewichtigen Hauptdarsteller, der sich mit der halbgaren TV-Reihe „Zwei Supertypen in Miami“, bzw. „Zwei Engel mit vier Fäusten“ beschäftigt hielt, ging es fortan steil bergab. Die großen Zeiten des brummigen Hünen waren längt passé. Zu mehr als einer nostalgischen Randnotiz reicht es auch bei „Aladin“ nicht.

Wertung: (4 / 10)

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