Aiden – Nightmare Anatomy (2005, Victory Records)

aiden-nightmare-anatomy„This nightmare won’t last long. Are you scared?” – ‘The Last Sunrise’

Und wieder blicken wir in die geschminkten Gesichter einer jungen Band, die sattsam bekannte Mascara-Klischees von Boy George bis Davey Havock wohlwollend aufgreift. Die Band hört auf den Namen AIDEN und huldigt – na klar – dem emotionalen Hardcore. Das ist nicht neu, nicht originell, nicht innovativ und macht im x-ten Aufguss dennoch so viel Spaß wie am ersten Tag. Große Unterschiede zu artverwandten Screamo-Kapellen gibt es kaum. Äußerlich ähneln AIDEN den verspielteren MY CHEMICAL ROMANCE, stilistisch den reiferen SILVERSTEIN, mit denen sie unlängst die Bretter auf deren UK-Tour teilten. Strukturelle Parallelen lassen sich auch zu THRICE ziehen, doch sind die eindeutig eine Nummer zu groß für die Newcomer aus Seattle.

„Nightmare Anatomy“ heißt das zweite Album von AIDEN, veröffentlicht wird es durch Victory Records. Elf Songs lang jonglieren die Jungs darauf mit Elementen des melodischen Punk-Rock, Hardcore und Metal. Man bettet sich in eine morbide Attitüde, tritt diese in den Texten fest und garniert das satt produzierte Resultat mit zuckersüßen Refrains. Mit der kalkulierten Folge, dass sich „Nightmare Anatomy“ in den Gehörgängen festbeißt. Nahezu perfekt wird das nur scheinbar ausgelutschte Schema von laut und leise, geschrieen und gesungen bedient. Der Einsatz stimmt, das Ergebnis auch. Jetzt müssen AIDEN nur noch beweisen, dass sie den Schwung des Erfolgs für eine konsequente Weiterentwicklung nutzen können. Denn dann schwindet vielleicht auch der Klassenunterschied zu THRICE.

Wertung: 7 out of 10 stars (7 / 10)

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