AFI – Very Proud of Ya (1996, Nitro Records)

afiveryproud20 Songs in 38 Minuten abzuwatschen ist eine Kunst für sich. In der karrieristischen Frühphase beherrschten diese auch AFI, die es mit ihrem morbiden Alternativ-Rock mittlerweile zum Kassenschlager gebracht haben. Anno ´96 waren die Kalifornier davon noch weit entfernt. Auf Dexter Hollands (THE OFFSPRING) Label Nitro Records erschien mit „Very Proud of Ya“ auch der Nachfolger zum Album-Debüt „Answer That and Stay Fashionable“. Und der lässt es Krachen, als gäbe es kein morgen mehr. Am laufenden Band und ungeachtet jeder stilistischen Stoik werden melodische Hits geschmettert, die einfach Lust auf mehr machen.

Davey Havoks unverwechselbare Stimme verleiht den Hymnen zwischen Hardcore und Punk das gewisse Etwas, die Enterhaken des zugegeben recht simpel arrangierten Underground-Soundtracks. Die größte Leistung besteht jedoch darin, den schmalen Ideen-Grundstock fortwährend so zu variieren, dass ein runder Zirkel eigenständiger und beständig mitreißender Nummern entsteht. Bei „Wake-Up Call“, „This Secret Ninja“, „Consult My Lover“ oder „Yurf Rendenmein” – letzteres fand sich bereits auf dem Vorgänger – gelingt dies im Besonderen. Mit den heutigen AFI hat dies furiose wie saucoole Frühwerk nichts mehr gemein. Ein bisschen Wehmut darf da schon mitschwingen.

Wertung: (8 / 10)

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