AFI – The Art of Drowning (2000, Nitro Records)

afiartofdrowningDie Blüte der Begeisterungsfähigkeit erreichten AFI mit „The Art of Drowning“ (2000). Der fünfte Langspieler der Kalifornier walzt die Qualitäten der ein Jahr zuvor veröffentlichten „All Hallow´s“-EP auf Albumlänge und verzichtet trotz Düsterstimmung, variablem Tempo und rockiger Verspieltheit nicht auf punkige Vorstöße und rüde Hardcore-Anleihen. Vom mehrstimmigen Gesang, der die Hymnenhaftigkeit der Band in ungeahnte Höhen treibt, ganz zu Schweigen. Dafür steht, nach Komplexität andeutendem Intro, bereits der Opener „The Lost Souls“.

Ruhiger wird es nach diesem furiosen Auftakt nicht. Höchstens abwechslungsreicher. Während Songs wie „Ever and a Day“ oder „6 to 8“ für die neue, die sich verschiedenen Stilformen und Spielarten öffnende Ausrichtung stehen, offenbaren sie bei „Of Greetings and Goodbyes“, „Wester“ oder der im Erfolg an „Totalimmortal“ anknüpfenden Single „Days of the Phoenix“ die Hit-Garantie der Symbiose von vergangener und (seinerzeit) gegenwärtiger Kreativströmung. Von den eigenen Wurzeln (und auch Nitro Records) haben sie sich seitdem weitgehend gelöst. Besser wurde es fortan nicht mehr, höchstens glatter, professioneller, massentauglicher. Daher ist „The Art of Drowning“ ohne wenn und aber die beste AFI-Platte.

Wertung: (9 / 10)

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