Adrenalized – Operation Exodus (2019, La Agonia De Vivir Records)

Aus der Manege des europäischen Punk-Zirkus sind ADRENALIZED kaum wegzudenken. Mit ihrem energetischen, von wegweisenden Genre-Vorreitern beeinflussten Hardcore-(Skate-)Punk haben sich die Spanier in den vergangenen Jahren weit über die Grenzen ihrer Heimat hinaus einen Namen gemacht. Dessen Wohlklang dürfte durch die Veröffentlichung ihres jüngsten Langspielers „Operation Exodus“ nur mehr zunehmen. Denn was der Vierer aus dem Baskenland über 12 Songs aus den Boxen feuert, ist mit einem Wort als furios zu bezeichnen.

Dabei steht außer Frage, dass ADRENALIZED das Rad keineswegs neu erfinden. Doch resultiert aus der offenen – und offenkundigen – Anlehnung an Klassiker wie STRUNG OUT, BIGWIG, SATANIC SURFERS oder A WILHELM SCREAM ein treibendes Feuerwerk, bei dem Geschwindigkeit und Hymnenhaftigkeit Hand in Hand gehen. Die pfeilschnell vorpreschenden Tracks werden melodisch vielseitig präsentiert, wobei die Gitarren im Sinne der erwähnten Vorreiter auch metallische Elemente einbringen. Instrumental wird schlichtweg aus dem Vollen geschöpft. Dass der akzentreiche Gesang da nicht durchweg mithalten kann, erscheint angesichts der bärenstarken Gesamtleistung mehr als verzeihlich.

„Operation Exodus“ sprüht vor packenden, mit kritischen Texten unterlegten Hits, die sich unverzüglich in die Gehörgänge Brennen. Das Niveau ist so hoch wie das Tempo, wenn Kracher wie „Set It On Fire“, „The Mask“, „My Three Companions“ oder „The Threshold“ zum munteren Ausrasten anspornen. Einen Gang zurück schalten ADRENALIZED lediglich bei „Engravings in Stones“. Daneben fällt allein das in baskischer Sprache vorgetragene „Gezurra Ari Du“ aus dem Rahmen. Wer vom klassischen 90’s-Sound (und den genannten Referenzkapellen) nicht genug bekommen kann, sollte diese Platte nicht allein antesten, sondern voll umfänglich aufsaugen.

Wertung: (8 / 10)

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