Absolute Steel – Womanizer (2005, Black Lotus Records)

Dass ABSOLUTE STEEL die Hochzeit des Metal in den Achtzigern missen, kann ihr Album „Womanizer“ nur schwer kaschieren. Also begegnen die Norweger ihren angestaubten Wurzeln mit einer gehörigen Portion Selbstironie. Im Zusammenspiel mit der versierten Instrumentalisierung des Fünfers ist das Resultat auch im Jahre 2005 noch gesellschafts- wie überlebensfähig. Die Texte bewegen sich nah am Rande der Parodie („Beerrun“, „Juicy Lucy“), doch ist „Womanizer“ als liebevoll huldigende Hofierung durchaus ernst zu nehmen.

ABSOLUTE STEEL taugen nur bedingt zur Frischzellenkur des Metal. So verlegt das Gespann sein Augenmerk voll auf einen Freude spendenden Retro-Ritt durch die Tiefebenen des Genres der langen Mähnen und ungesund hochgeschraubten Stimmlagen. Ihre Vorbilder kennen ABSOLUTE STEEL aus dem eff eff, so dass ihr Ausflug in die Ära von MÖTLEY CRÜE zur launigen Zeitreise gereift. Trotz allgegenwärtigem Augenzwinkern bis zur Muskelstarre ist „Womanizer“ eine Scheibe von Fans für Fans. Mehr als eine temporäre Auffrischung des Erinnerungshorizontes ist dem entsprechend nicht drin.

Wertung: (6 / 10)

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