Abbruch – Bunt ist besser (2015, Impact Records/Abbruch Records)

abbruch-bunt-ist-besserBunt ist besser! Wer will schon in ewigem Grau, irgendwo zwischen Schwarz und Weiß gefangen sein? Das sehen auch ABBRUCH so und zelebrieren auf ihrem vierten Album eine beachtliche Palette an Klangfarben. Deren Basis bildet klassischer Punk-Rock, der den Brandenburgern aber definitiv zu eng gesteckt ist. So setzt es Anleihen bei Ska, Folk, Polka oder Country (ausgeliehen wurden u.a. Mitglieder von THE POKES und DIE WALLERTS). Das lockert merklich auf und mehrt überdies die Kurzweil. Doch so hell der Schein auf den ersten Blick auch anmuten mag, vollends überzeugen kann die 16 Songs starke Platte nicht. Das liegt vorrangig an den Texten, die zwar bemüht ironisch und grundlegend auch politisch gefärbt bleiben, eine Spur zu häufig aber schlicht flach ausfallen.

Die Botschaften von Nummern wie „Kuckuck“, „Ökolomie“ oder „Saurer Apfel“ bleiben fraglos wichtig und überdies humorig verpackt, nur überwiegt streckenweise schlicht die Albernheit. Nun gibt es an spaßorientiertem Punk grundlegend nichts auszusetzen, spätestens bei der lahmen Ballade „Das weinende Riesenrad“ stößt die beachtliche Sympathie aber an ihre Grenzen. Und trotzdem, die Bedeutung des Punks wird über Beiträge wie „Toleranz“, „Veränderung“, „Danke“ oder „Angst“, in dem die gegenwärtig auf Deutschlands Straßen geprobte Rechtsruck hinterfragt wird, standesgemäß untermauert. „Bunt ist besser“ ist eine launige Platte mit mehr Licht als Schatten – und trotz Abstrichen eine angenehm farbenfrohe Angelegenheit.

Wertung: (6,5 / 10)

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