A Wilhelm Scream – Mute Print (2004, Nitro Records)

awilhelmscreammuteprintIhr Debütalbum legten A WILHELM SCREAM 2004 mit „Mute Print“ vor. Aber was heißt Debüt? Denn da ist ja noch „Benefits of Thinking“ (2002), jene ursprünglich unter dem originären Bandnamen SMACKIN’ ISAIAH veröffentlichte Vorgängerplatte. Aber die offizielle Zeitrechnung beginnt eben erst mit der Umbenennung – und jenem furiosen Ausrufezeichen namens „Mute Print“. Darauf präsentieren die Jungs aus New Bedford, Massachusetts, bereits die Blaupause des für sie typischen Sounds. Der wurde in den Folgejahren zwar eine Spur vielschichtiger und ausgefeilter dargeboten, den Gipfel der Eingängigkeit erklommen A WILHELM SCREAM aber bereits hier.

Vom Fleck weg, mit dem kurz gehaltenen einleitenden Titeltrack, gibt das Gespann mächtig Gas. Die stets Hit-intensive Vermengung von Punk, Hardcore und prägnanten, an der Oberfläche des Metal kratzenden Gitarrenlinien fährt bei der instrumentalen Ausgestaltung bewährte Kaliber mit dem gewissen Etwas auf. Das Sahnehäubchen ist dabei der kraftvolle und doch stets melodische Gesang Nuno Pereiras, der zur Stimmungssteigerung aus dem Hintergrund immer wieder Unterstützung erhält. „Famous Friends and Fashion Drunks“ versetzt erst einmal in Staunen. Da stimmt einfach alles – Tempo, Härtegrad, Hymnenhaftigkeit. Eine Ausnahme bleibt diese Qualität aber beileibe nicht.

Dafür stehen lupenreine Gassenhauer wie „The Rip“ oder „Retiring“, während Nummern des Schlages „William Blake Overdrive“ oder „Brand New Me, Same Shitty You“ die rhythmische Wandlungsfähigkeit von A WILHELM SCREAM zementieren. Aber es ist vor allem diese geschlossen mitreißende Performance, die „Mute Print“ ungeachtet bitterer Zwischentöne (insbesondere bei „Kursk“, das sich textlich ins Innere des gleichnamigen havarierten Atom-U-Boots vorwagt) fest im Gedächtnis verankert. Dem Status des Geheimtipps auf den Spuren von GOOD RIDDANCE entwuchs die Band schnell – und mauserte sich über die Jahre zur international geschätzten Independent-Größe. Auch an dieser Entwicklung trägt dies herausragende Quasi-Debüt unweigerlichen Anteil.

Wertung: (8 / 10)

scroll to top