A Saving Whisper – Golden Times for Desperate Lovers (2011, Modern Chemistry Music)

Von allen Unkenrufen unberührt machen A SAVING WHISPER da weiter, wo Bands wie UNDEROATH einst aufgehört haben. Während die Vorreiter dem althergebracht klassischen Screamo/Post-Hardcore aber den Rücken gekehrt und ihr Heil in wie auch immer gearteter Entwicklung gesucht haben, versuchen es die Nürnberger auf ihrer zweiten EP mit dem Rückgriff auf bewährte Wechselbäder ausgestellter Emotionen. Es wird leidenschaftlich gebrüllt, bemüht ergreifend gesungen und dazwischen mit metallenem Hauch gemosht, was die Instrumente hergeben.

Vor zehn Jahren hätte das todsicher Hitgarantie gehabt. Heute bleibt je nach Geschmacksnerv ambitionierte Zeitkapsel oder hoffnungslos verspätete Epigone übrig. Die Songtitel sind aufgesetzt bis zur Zwerchfellerschütterung („It‘s the Gravity’s Sake That We All Go to Hell“, „My Friendships are Not Ships, They’re Swimming Castles“), dafür stimmen Einsatz und melodische Variierung durchaus milde. Mit „Golden Times for Desperate Lovers“ sucht der süddeutsche Fünfer seinen Stil in merklich ausgelutschten Gefilden. Schlecht ist ihr Wirken darum aber nicht. Es kommt eben auf die Perspektive an. Wer sich an Combos wie SILVERSTEIN auch heute noch kaum satthören kann, der möge auch A SAVING WHISPER ein Ohr leihen. Handwerklich überzeugend gehen die Jungs nämlich allemal zu Werke.

Wertung: (6 / 10)

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