A Nightmare on Elm Street (USA 2010)

nightmareremakeBisher endeten die von Michael Bay produzierten Frischzellenverordnungen legendärer Horror-Klassiker in der Enttäuschung. Nach „Texas Chainsaw Massacre“ und „Freitag der 13.“ hat sich der hochtrabende Blockbuster-Filmer („Transformers“) Wes Cravens Kult-Schocker „A Nightmare on Elm Street“ vorgenommen. Die Inszenierung besorgte der gefeierte Musikvideo-Regisseur Samuel Bayer, der unter anderem mit Nirvana, Green Day und Metallica arbeitete. Verglichen mit dem katastrophalen „Freitag der 13.“-Remake legt der Kinodebütant ein solides Genrewerk vor. Die Anhängerschaft des Originals wird damit aber kaum zu Begeisterungsstürmen verleitet.

An Jackie Earle Haley liegt das nicht. Der charismatische Akteur, der für „Little Children“ eine Oscar-Nominierung erhielt und als Rorschach in der bildgewaltigen Comic-Verfilmung „Watchmen“ brillierte, ist Robert Englund als Alptraum-Killer Freddy Krueger ein würdiger Erbe. Ironiefrei, wie einst in Cravens stilbildendem Auftakt der Saga, stellt er den Jugendlichen einer US-Kleinstadt nach und tötet sie in ihren Träumen, was parallel auch in der Realität zum Ableben führt. Rache nimmt der pädophile Vorschulgärtner damit an den Eltern (u.a. Clancy Brown, „Carnivále“) seiner Opfer, die ihn einst wie ein Tier jagten und einen grausamen Feuertod finden ließen.

Mit Pizzavisage, Schlapphut, gestreiftem Wollpullover und Krallenhandschuh bleibt Krueger von Abwandlungen verschont. Lediglich das Make up gibt sich bei der Darstellung der Brandwunden realistischer. Furchteinflößend ist der längst in die Popkultur eingeflossene übermenschliche Serienkiller allerdings nicht mehr. Zwar bemühen sich die Macher beim Set Design um morbiden Einfallsreichtum und zitieren Cravens Klassiker reichhaltig, das Skript von Wesley Strick („Kap der Angst“) und Eric Heisserer (schrieb unlängst auch die Vorlage für das Remake von „The Thing“) bleibt bei der Neuerzählung aber einfach zu bieder und konventionell.

Nachdem ein paar ihrer Freunde auf mysteriöse Weise ums Leben gekommen sind, versuchen Quentin (Kyle Gallner, „Haus der Dämonen“) und Nancy (Rooney Mara, „Düstere Legenden 3“) das Rätsel der unheimlichen kollektiven Träume zu entschlüsseln. Doch anstatt sich auf das trügerische Spiel mit den Ebenen der Wahrnehmung und die Verschmelzung von Wahn und Wirklichkeit zu konzentrieren, investiert Bayer zu viel Zeit in die Erläuterung der leidlich variierten Hintergründe. Abgerundet mit teils gelungenen, meist aber vorhersehbaren Spukeffekten bleibt ein Routineprodukt ohne eigene Ideen, das lediglich beim Hauptdarsteller und der Visualisierung seine Reize ausspielt.

Wertung: (5 / 10)

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