A Nightmare on Elm Street – Mörderische Träume (USA 1984)

nightmareonelmstreetFreddy, Jason und Michael, die drei großen Namen des Schlitzerfilms. Ihre Sterne auf dem Walk-of-Fame werden sie vielleicht nicht bekommen, dafür haben sie den modernen Horror maßgeblich und vor allem nachhaltig beeinflusst. Die Idee zu „A Nightmare On Elm Street“ hatte Regisseur Wes Craven bereits Ende der 70er Jahre, doch erst 1984 konnte er den Film realisieren und schuf damit eine der bekanntesten Figuren des modernen Horror-Kinos. Bekanntlich konnte jener Wes Craven fünfzehn Jahre später das totgesagte Genre mit dem augenzwinkernden „Scream“ erneut beleben.

Die Geschichte von Freddy Krueger dürfte hinlänglich bekannt sein. Dieser wurde im realen Leben als Kinderschänder gebrandmarkt und von einem wütenden Mob lebendig verbrannt. Rache übt er nun an den Kindern seiner Mörder, in deren Träumen er Angst und Schrecken verbreitet und diesen darüber auch physisch zu nahe kommt.

„A Nightmare On Elm Street“ ist ein Klassiker des Genres. Allerdings ist dies wohl mehr auf die Reihe an sich und natürlich seine Hauptfigur zu beziehen. Für sich allein bleibt ein guter Horror-Film, der aber etwa den Stellenwert des ersten „Halloween“ nicht erreicht. In Teil eins ist Freddy Krueger – in allen Filmen von Robert Englund verkörpert – noch das Böse an sich. Ein Schreckgespenst, welches aus den düstersten Ecken jugendlicher (Alp-)träume hervorgekrochen kommt. Die Traumebenen sind hier im Wesentlichen noch Hinterhöfe und Kellergewölbe, für sonnige Strände – wie in Teil 4 – mussten noch ein paar Jahre ins Land ziehen.

Der Film spielt mit menschlichen Urängsten. Sicherlich ist dies ein Grund für dessen damaligen Erfolg. Krueger wurde hier noch nicht so explizit gezeigt wie später, denn er entwickelte sich im Laufe der Reihe zu einer Art Pop-Star. Hier sieht man ihn fast immer im halbdunkel oder als übergroßen, verzerrten Schatten. Der Bodycount fällt verhältnismäßig gering aus, wobei die berühmte Bettszene sicherlich zu den großartigsten Szenen im Horrorfilm überhaupt gehört. Der Film lebt vielmehr von den Ängsten seiner Protagonisten und der nicht greifbaren Gefahr. Die Schauspieler muss man nicht gesondert hervorheben oder schlecht reden. Sie machen ihren Job so, wie man es von einem kleinen Schocker dieser Güteklasse erwartet. Lediglich das Mitwirken von Johnny Depp – der hier sein (recht blasses) Leinwanddebüt gab – bleibt haften. Der Rest des Cast ist und bleibt unbekannt, lediglich John Saxon hatte vor dem Film seinen hellen Moment an der Seite von Bruce Lee in „Der Mann mit der Todeskralle“.

Heute mag Cravens Durchbruch etwas altbacken wirken. Als Schauerfilm aber funktioniert das Debüt von Freddy Krueger noch immer. Und über seinen Status muss man ohnehin nicht diskutieren.

Wertung: 8 out of 10 stars (8 / 10)

Ähnliche Beiträge

  • Birthday Girl – Braut auf Bestellung (GB/USA 2001)

    Wenn Hollywoods Stargarde die minder dotierte Schaubühne des Independent-Kinos für sich entdeckt, sind Überraschungen quasi vorprogrammiert. So sorgten in der Vergangenheit u.a. Bruce Willis und Demi Moore für „Tödliche Gedanken“, während vor noch nicht allzu langer Zeit Brad Pitt und Julia Roberts „The Mexican“ veredelten. Mit der britischen Thriller-Romanze „Birthday Girl“ hat unlängst auch Nicole…

  • Sniper 3 (USA 2004)

    „It’s not a video game out there. It’s all about one shot and one kill.“ – Same old, same old: Tom Beckett Plötzlich hatte Scharfschütze Tom Beckett Freude am Einsatz gefunden. Zwei Jahre nach „Sniper 2“ schlüpfte Tom Berenger („Mörderischer Vorsprung“) neuerlich in die Rolle des alternden Militär-Henkers. Unter der Regie von P.J. Pesce („From…

  • 6-Headed Shark Attack (USA 2018)

    Der Wahnsinn der Wissenschaft trägt bisweilen drollige Früchte. Vorrangig im Film. Denn seien wir ehrlich: In der Realität würde wohl niemand darüber lachen, wenn Forscher einen sechsköpfigen Hai kreieren würden, der ahnungslosen Urlaubern nach dem Leben trachtet. Wobei natürlich die Frage erlaubt ist, welchen Nutzen ein solches Untier erfüllen soll. Vor allem, wenn es in…

  • Kick-Ass (USA/GB 2010)

    „Mit keiner großen Macht folgt auch keine große Verantwortung!“ – Dave aka Kick-Ass „Kick-Ass“ ist die Geschichte von Dave Lizewski (Aaron Taylor-Johnson, „The Illusionist“). Eines Tages entschließt sich der 16-jährige Comicfreak und (natürlich) Loser, ein Superheldenkostüm überzustreifen – einen schrecklichen grünen Taucheranzug, den er auf eBay ersteigert hat –, um eigenhändig für Recht und Ordnung…

  • Der Mann mit der Kugelpeitsche (I1972)

    Der „Gelbe“ will Cowboy werden. In Amerika, dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten und des grassierenden Rassismus ist das keine leichte Aufgabe. Jeder will sich einen Scherz auf seine Kosten erlauben. Dass er eigentlich Jin Hao heißt interessiert niemanden. Bekanntheit erlangt er trotzdem, indem er feisten Revolvermännern unter dem Namen Karate Jack – im Original Shanghai…

  • Break (D 2009)

    Zur Menschenjagd durch abgelegene Waldgebiete gehören, das zeigt auch Matthias Olof Eichs „Break“, Pfeil und Bogen. Gleich zum Auftakt serviert der Debütant in verfremdeten Bildern schwere Atmung und kopflose Flucht. Eine junge Frau rennt um ihr Leben. Vergeblich. Erst durchschlagen zwei Pfeile (im Off) ihren Körper, danach erledigt eine Männergestalt in Tarnkleidung mit dem Messer…