59 Times the Pain – End of the Millennium (1999, Burning Heart Records)

59ttpmillenniumDie Angst vor dem Millennium machte auf der Zielgeraden auch vor den schwedischen Punkrockern von 59 TIMES THE PAIN nicht halt. Diese erspielten sich in den Jahren zuvor eine kleine, aber feine Fangemeinde. Rotziger und lauter als viele ihrer Artgenossen auf „Burning Heart“, blieb ihnen der ganz große Durchbruch jedoch verwehrt. Im Jahr 1999 veröffentlichten die Schweden ihr bis dato bestes Werk, vielleicht sogar ihr bestes überhaupt. Darüber jedoch darf gern gestritten werden, denn der Stilbruch des ein Jahr später veröffentlichten „Calling the Public“ war nicht zu übersehen und stand dem Quartett außerordentlich gut zu Gesicht. Auf „End of Millennium“ perfektionierten 59 TIMES THE PAIN ihren schnörkellosen, stets geradeaus gespielten Hardcore/Punk mit Street-Einflüssen, samt einem Eimer voll mitgröhltauglicher Hits.

Für großartige Spielereien war das Quartett nie bekannt, vielmehr kamen sie sehr schnell auf den Punkt. Mit weniger als 30 Minuten Spielzeit ist auch „End of the Millennium“ überschaubar, mehr hätte es allerdings auch nicht nötig gehabt. In dieser Zeit ist alles gesagt und getan, ein Dutzend Hits hat man nun mehr im Gepäck. Ein in gewissen Maßen ungestümes Vorgehen konnte man ihnen schon immer irgendwie unterstellen, auf eine melodische Grundnote verzichteten 59 TIMES THE PAIN dennoch nie. Das kommt vor allem bei den Überhits „Need no Alibi“, „Working Class Hero“ oder „Turn at 25th“ zum Tragen, die durch Härte und melodische Zwischenparts in Kombination mit mehrstimmigem Gesang vollends überzeugen. Leider war für die Band kurze Zeit später nach ihrem letzten Album „Calling the Public“ Schluss. Ihren Platz im skandinavischen Punkrock-Olymp haben sie sich dennoch redlich verdient.

Wertung: (7,5 / 10)

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